Halbzeitanalyse Frankreich bricht den Bann


Leipig - Der französische Nationalcoach Raymond Domenech begann im Leipziger Zentralstadion im Gegensatz zum 0:0 gegen die Schweiz mit Florent Malouda im Mittelfeld für Franck Ribery. Beim WM-Halbfinalisten von 2002 saß der Duisburger Bundesligaprofi Ahn Jung-Hwan zunächst wieder nur auf der Bank, gegen Togo hatte er als Joker das Siegtor zum 2:1 erzielt. Erneut blieben in der mit 43.000 Zuschauern ausverkauften Arena Plätze leer, diesmal waren es schätzungsweise 300 verwaiste Sitze. Bereits in den ersten beiden Partien im einzigen ostdeutschen Spielort waren Tickets vorwiegend aus Sponsoren-Kontingenten ungenutzt geblieben. Aus beiden Fanlagern waren über 10.000 Zuschauer im Stadion und sorgten für Riesenstimmung.

Die Franzosen, die ihr letztes WM-Tor im Endspiel 1998 gegen Brasilien zum 3:0 in der Nachspielzeit durch Emmanuel Petit erzielt hatten, begannen druckvoll. In der siebten Minute scheiterte Sylvain Wiltord nach Vorarbeit von Thierry Henry aus zehn Metern noch an Schlussmann Lee Woon-Jae. In der neunten Minute legte Wiltord dann für Henry vor, der völlig unbedrängt aus zehn Metern einschoss. Es war der erste WM-Endrundentreffer nach 368 Minuten für sein Team, für Henry selbst im 80. Länderspiel der 34. Treffer. Abwehrstar Lilian Thuram begann in seinem 116. Länderspiel für die Equipe Tricolore gewohnt souverän. Der 34-Jährige von Juventus Turin zog mit dem französischen Rekord-Nationalspieler und Ex-Kapitän Marcel Desailly gleich. Auch Bayern-Profi Willy Sagnol agierte auf der rechten Seite in seinem 40. Match zuverlässig.

Nach dem Führungstreffer versuchten die Red Devils, das Geschehen an sich zu reißen. Allerdings konnten sie sich in Strafraumnähe nicht gefährlich in Szene setzen. Zinedine Zidane sorgte als ständige Anspielstation auf der anderen Seite für Entlastung, sein Kopfball in der 27. Minute ging über das Tor. In der 32. Minute verweigerte Schiedsrichter Benito Archundia aus Mexiko dem zweiten Tor der Franzosen die Anerkennung: Nach einem Kopfball von Patrick Vieira rettete Torwart Lee eindeutig hinter der Linie, doch der Referee ließ weiterspielen. Südkorea kam erst in der 38. Minute durch einen Freistoß von Lee Chun-Soo.

pav/sid



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