Hamburg - Rostock Last-Minute-Sieg

Dem Hamburger SV ist im Nordderby gegen Rostock in letzter Minute endlich der seit Wochen erhoffte Befreiungsschlag gelungen.


Rostocks Torhüter Martin Pieckenhagen (r.o.), nächste Saison im HSV-Tor, hatte nicht seinen besten Tag
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Rostocks Torhüter Martin Pieckenhagen (r.o.), nächste Saison im HSV-Tor, hatte nicht seinen besten Tag

Hamburg - Dank eines Kopfballtores des eingewechselten Marinus Bester Sekunden vor dem Schlusspfiff siegte der HSV 2:1 (0:1) gegen Hansa Rostock und dürfte nach Wochen des Zitterns den Klassenerhalt geschafft haben.


Präger ließ beste Chancen aus


Vor 51.551 Zuschauern sah es nach den Toren von Rostocks Stürmer Bachirou Salou (3.) und dem Ausgleichstreffer von Marek Heinz (46.) lange nach dem siebten Remis in Folge für die Hamburger aus, ehe Bester seine Mannschaft mit einem Kopfball aus kurzer Distanz erlöste. "Das war Dramatik pur. Ich freue mich, dass die Mannschaft endlich einmal für einen Sturmlauf belohnt wurde. Ich glaube, dass der Sieg verdient war", so HSV-Trainer Frank Pagelsdorf, der nach dem Schlusspfiff Freudentränen in den Augen hatte. Trotz der Niederlage dürften auch die Rostocker bei 39 Zählern die Klasse sicher haben.

Eine Unachtsamkeit in der HSV-Abwehr nutzte der von Eintracht Frankfurt ausgeliehene Salou nach einer weiten Flanke von Victor Agali zum 0:1. Den frühen Schock steckten die Gastgeber allerdings gut weg und erarbeiteten sich in einer temporeichen Partie eine Vielzahl von Chancen. Dabei vergab allein Roy Präger dreimal beste Gelegenheiten (22., 26., 34.). In der 20. Minute wurde ein Treffer des ehemaligen Wolfsburgers von Schiedsrichter Bernd Heynemann (Magdeburg) wegen einer angeblichen Abseitsstellung aberkannt.


Hamburger Sturmlauf


Auch im zweiten Durchgang setzten die Hausherren ihren Sturm auf das Rostocker Tor fort und wurden gleich nach Wiederanpfiff belohnt, als der Tscheche Heinz mit einem herrlichen Schuss aus 18 Metern unhaltbar für Torwart Martin Pieckenhagen in den rechten oberen Torwinkel traf. Der zukünftige HSV-Schlussmann verhinderte nur vier Minuten später mit einem Reflex bei einem Schuss von Heinz die mögliche Hamburger Führung, als er den Ball noch an die Latte lenkte. Der Keeper wurde an seiner neuen Wirkungsstätte auch von den HSV-Fans mit Sprechchören gefeiert, leistete sich allerdings einige Patzer. Torjäger Sergej Barbarez (12., 25.) sowie Niko Kovac (70.) verpassten weitere erstklassige Gelegenheiten für die unermüdlich stürmenden Gastgeber, die nach der Gelb-Roten Karte für Agali in der 75. Minute wegen Meckerns in Bester und Mahmut Yilmaz zwei weitere Stürmer einwechselten.

Die Rostocker verlegten sich fast ausschließlich auf Konter. In der ersten Halbzeit waren sie dabei durch Agali (23.) und Peter Wibran (38.) ihrem zweiten Tor zweimal sehr nahe. "Meine Mannschaft hat vor allem in den ersten 45 Minuten hervorragend gespielt. Nach dem Ausgleich sind wir aus dem Rhythmus gekommen", analysierte Hansa-Trainer Friedhelm Funkel.

Hamburger SV - Hansa Rostock 2:1 (0:1)
0:1 Salou (3.)
1:1 Heinz (46.)
2:1 Bester (90.)
Hamburg: Butt - Ujfalusi, Hoogma, Panadic - Töfting (82. Fukal), Kovac, Hollerbach (79. Bester) - Barbarez - Mahdavikia, Heinz, Präger (79. Yilmaz)
Rostock: Pieckenhagen - Jakobsson - Benken (46. Zallmann), Lantz, Schröder - Lange, Wibran (82. Oswald), Majak, Emara - Agali, Salou (90. Arvidsson)
Schiedsrichter: Heynemann (Magdeburg)
Zuschauer: 51.551
Gelb-Rote Karte: Agali (Rostock) wegen unsportlichen Verhaltens (75.)
Gelbe Karten: Hollerbach (10/1), Barbarez (10/1), Präger (4), Fukal (3) - Benken (5), Zallmann, Schröder (3)



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