Hamburger SV Titz lässt Magaths Verbalattacke kalt

HSV-Legende Felix Magath giftet gegen Vereinschef Bernd Hoffmann und Coach Christian Titz, hält die Mission Wiederaufstieg für ein "Glücksspiel" und den Trainer für überschätzt. Der kontert kühl.

Felix Magath
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HSV-Trainer Christian Titz hat sich von der Verbalattacke von Vereinslegende Felix Magath nicht aus der Fassung bringen lassen. "Ein so verdienter Mann wie Magath, mit solchen Erfolgen als Spieler und Trainer, hat solche Kommentare nicht nötig", sagte der 47 Jahre alte Coach über die Angriffe von Magath.

Beim 2:1 des Zweitligisten in Darmstadt am Freitagabend hatte Magath als Sky-Experte scharfe Kritik an Titz geäußert: "Es ist ja gerade die Zeit der Märchenerzähler. Titz ist ein Mann, der gut erzählen kann. Der HSV muss eigentlich einen anderen Anspruch haben, als einen Unbekannten aus der Jugend zu holen und ihm dann so eine Aufgabe anzuvertrauen."

Titz: "Ich telefoniere nur einmal täglich mit Pep"

Er hätte lieber einen erfahrenen Trainer auf der HSV-Bank gesehen: "Wenn man so einen Verein führen will, muss man versuchen, das Bestmöglichste für den Verein zu machen, und dann jemanden verpflichten, mit dem man auch von vorneherein sagen kann: 'Das ist einer, der kann aufsteigen'." Ob Titz das auch kann, ist für Magath nicht ausgemacht: "Das ist für mich so eine Art Glücksspiel".

Die anfängliche Begeisterung für Titz kann Magath jedenfalls nicht nachvollziehen. "Man bekam ja das Gefühl, als ob Pep Guardiola dreimal am Tag bei Titz anrufen würde", meinte der 65-Jährige. Titz konterte: "Ich kann Magath beruhigen. Ich telefoniere nur einmal täglich mit Pep."

Magath zweifelt an Hoffmanns Führungsstärke

Der frühere U21-Coach Titz war zum Ende der vergangenen Saison zum Cheftrainer des Bundesligisten befördert worden. Obwohl sein Team eine deutliche Leistungssteigerung nachweisen konnte, stieg der HSV erstmals in seiner Geschichte in die Zweitklassigkeit ab. Titz' Vertrag wurde trotzdem verlängert.

Magath, der einst mit dem HSV Europapokalsieger und deutscher Meister geworden war, knöpfte sich auch Vereinschef Bernd Hoffmann vor. Der HSV brauche "eine Führungspersönlichkeit an der Spitze, die versteht, was auf dem Platz passiert. Das gab es lange nicht mehr", sagte er. Bei Hoffmann wisse er nicht, ob dieser "die richtige Konstellation für den HSV" sei.

pbe/dpa

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insgesamt 17 Beiträge
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elisenstein 07.10.2018
1. Das ist doch die Lösung
Magath kommt als Führungspersönlichkeit zum HSV und bringt als Trainer seinen Freund Hollerbach mit. Der hat ja in der letzten Saison sehr erfolgreich beim HSV gearbeitet. Warscheinlich hatte Magath ihn sehr eindringlich dem HSV empfohlen. Aus unerklärlichen Gründen hat man dann Titz geholt. Satire aus.
Wulf Eisenschwert 07.10.2018
2. Top in der Handball Bundesliga
reicht für den Norden. Da braucht man diese Lottospieler vom HSV nicht. Die Fanbase ist auf jeden Fall so fanatisch wie die Fans von Hansa Rostock. HSV geht noch weiter runter , bis in die 3 Liga. Hauptsache der weitere Abstieg wird nicht wieder so eine zähe, jahrelange Prozedur wie der letzte Abstieg
claudio_im_osten 07.10.2018
3. Stimmt.
Derartige Kommentare über Leistungen Anderer hat ein Felix Magath genausowenig nötig wie ein Uli Hoeness, aber offensichtlich fällt es diesem genauso schwer wie jenem, auch mal den Mund zu halten. Wobei Magath das sicherlich gut täte, zumal wir bei ihm noch den Ausgang seines letztes Engagements für Wolfsburg in guter Erinnerung haben.
ulfilas72 07.10.2018
4. oh man
Magath ist anscheinend immer noch gekränkt, dass er als Trainer beim HSV nichts gerissen ht bzw. nicht in der Not gerufen wurde, um den Abstieg zu verhindern. Er hat aktuell nur 2 Möglichkeiten, um mitzureden. Sich teuer einkaufen, es werden ja demnächst Aktien frei. Oder er sprüht sein Gift als "Experte". Zweiteres ist einfacher, und er spart seine Kohle.
feri-aus-berlin 07.10.2018
5. Bundesliga Manager Professionel
er kann es ja machen. 54 Spieler kaufen, 52 Spieler verkaufen und hoffen, dass irgendwann eine Konstellation passt. System Felix Magath halt.
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