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23. Oktober 2018, 13:39 Uhr

Überraschung in der zweiten Liga

HSV trennt sich von Titz

Platz fünf ist für den Hamburger SV nicht genug: Der Zweitligist hat sich von Trainer Christian Titz getrennt. Der Aufstiegsaspirant präsentiert mit Hannes Wolf sofort einen Nachfolger.

Der Hamburger SV hat bereits nach dem zehnten Spieltag in der 2. Bundesliga kein Vertrauen mehr in die Arbeit von Trainer Christian Titz und trennt sich mit sofortiger Wirkung von seinem Cheftrainer. Wie der Klub bekanntgegeben hat, zog der HSV-Vorstand "die Konsequenzen aus der sportlichen Entwicklung".

Die Hamburger präsentierten auch umgehend einen Nachfolger. Hannes Wolf wird die Mannschaft übernehmen. Der 37-Jährige wurde beim Nachwuchs von Borussia Dortmund ausgebildet, führte den VfB Stuttgart 2017 zum Aufstieg in die Bundesliga und wurde zuletzt immer wieder als Trainerkandidat bei anderen Klubs gehandelt. Wolf gilt als großes Talent, das sich in der zweiten Liga gut auskennt.

Der Bundesliga-Absteiger steht derzeit auf dem fünften Tabellenplatz, liegt aber nur zwei Punkte hinter Spitzenreiter 1. FC Köln. Die reine Punkteausbeute ist daher nicht der ausschlaggebende Faktor, vielmehr geht es um die spielerische Entwicklung der Mannschaft. Titz steht seit Wochen in der Kritik, weil er nicht von seinem dominanten Ballbesitz-Stil, der anfällig für Gegentore nach Kontern ist, abrücken wollte. Zudem fehlten in der Offensive die Ideen, in den vergangenen fünf Partien erzielte der HSV nur zwei Treffer und spielte dreimal 0:0.

Insgesamt war Titz allerdings auch der HSV-Trainer mit dem besten Punkteschnitt in den vergangenen zehn Jahren, wie die Grafik des SPIEGEL zeigt.

"Es gehört zu unserer Verantwortung, die sportliche Situation sachlich zu analysieren", sagte Sportchef Ralf Becker zur Beurlaubung von Titz. "Wir sind zu der Erkenntnis gelangt, dass wir leider nicht die angestrebte Entwicklung genommen haben und ein erhöhtes Risiko sehen, dass wir unser Saisonziel verfehlen werden."

Titz war im März vom Nachwuchstrainer zum Chefcoach befördert worden. Trotz eines starken Schlussspurts hatte er den erstmaligen Abstieg aus der Bundesliga nicht verhindern können. Mit einer stark veränderten Mannschaft sollte er den sofortigen Wiederaufstieg realisieren, was auch wirtschaftlich notwendig ist. Wolf soll noch am Dienstag (17 Uhr) in einer Pressekonferenz vorgestellt werden.

krä/dpa

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