»Zehn-Punkte-Programm zur Sanierung« Kühne bietet HSV 120 Millionen Euro an – zu seinen Bedingungen

Investor Klaus-Michael Kühne offeriert dem Hamburger SV eine Menge Geld. Die 50+1-Regel will der Milliardär voll ausreizen. Dafür pocht er auf mehr Macht. Und einen neuen Namen für das Stadion hat er auch schon.
In der Fanszene des Hamburger SV ist der Investor Klaus-Michael Kühne eine umstrittene Figur

In der Fanszene des Hamburger SV ist der Investor Klaus-Michael Kühne eine umstrittene Figur

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picture alliance / dpa

Dem Hamburger SV ist ein Investment von 120 Millionen Euro in Aussicht gestellt worden. Dazu kommt es aber nur, wenn der Zweitligist den Forderungen des Milliardärs Klaus-Michael Kühne zustimmt. Der 85-Jährige würde das Geld über sein Unternehmen Kühne Holding AG nur bereitstellen, wenn der stark verschuldete HSV einem »Zehn-Punkteprogramm zur Sanierung des Hamburger Traditionsvereins« zustimmt. Das teilte Kühne am Donnerstagnachmittag mit.

Mit seinen Forderungen bekäme der Unternehmer, dessen Vermögen vom US-Wirtschaftsmagazin »Forbes« auf rund 36 Milliarden Euro  geschätzt wird, größeren Einfluss auf den HSV.

Bislang hält Kühne rund 15 Prozent der Aktien an der ausgegliederten Profiabteilung HSV Fußball AG. Sein Anteil stiege auf fast 40 Prozent, der HSV e.V. besäße nur noch 50,1 Prozent (bislang rund 75) – das Minimum für die Einhaltung der 50+1-Regel. Für diesen Schritt wäre eine Zustimmung der Mitglieder notwendig. Dazu solle man »frühestmöglich eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen«, hieß es in der Mitteilung.

Nicht nur finanziell, auch strukturell stellt Kühne Bedingungen für sein Investment. Im neunten Punkt seines Programms heißt es: »Aufsichtsrat und Vorstand der HSV Fußball AG werden so besetzt«, dass der Klub »ordnungsgemäß, kompetent und erfolgsorientiert geführt wird«. Zudem will sich Kühne das Recht geben lassen, wie der Mutterverein »zwei von ihnen benannte Personen in den Aufsichtsrat zu entsenden«.

Uwe-Seeler-Stadion statt Volksparkstadion

In Punkt eins des Programms fordert Kühne die Bildung eines ständigen Arbeitsausschusses, zusammengesetzt vom Klub und der Kühne Holding AG, »der sich mit der strukturellen finanziellen und sportlichen Entwicklung der HSV Fußball AG befasst, gemeinsame Zielsetzungen erarbeitet und deren Umsetzung überwacht sowie über die personelle Gremienbesetzung berät«.

Zudem möchte Kühne das Hamburger Stadion umbenennen. Aus dem Volksparkstadion soll das Uwe-Seeler-Stadion werden. »Für die Dauer von zehn Jahren« sei er bereit, »eine jährliche Vergütung für das Namensrecht von EUR 3-4 Mio. an die HSV Fußball AG zu entrichten, insgesamt also im Zehnjahreszeitraum EUR 30-40 Mio.«, hieß es in der Mitteilung.

mrk/sid
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