Sanierungspläne für das Volksparkstadion Hamburger Parteien wollen dem HSV offenbar keine Bürgschaft geben

Das Volksparkstadion in Hamburg ist ein Sanierungsfall. Doch wie der HSV das Geld auftreiben will, bleibt unklar: Im »Abendblatt« betonten Vertreter mehrerer Parteien, dass der Klub nicht auf Hilfe der Stadt hoffen darf.
HSV-Fans im Volksparkstadion: Die Arena ist ein Sanierungsfall

HSV-Fans im Volksparkstadion: Die Arena ist ein Sanierungsfall

Foto: Joern Pollex / Getty Images

Nach den Vorwürfen gegen den aktuellen Vorstand Thomas Wüstefeld und dem Finanzgebaren in den vergangenen Jahren ist der Vertrauensverlust des Hamburger SV offenbar so groß, dass der Fußball-Zweitligist in der drängenden Frage der Stadionsanierung nicht mit einer Bürgschaft der Stadt rechnen darf. Das berichtete das »Hamburger Abendblatt« in seiner Mittwochausgabe unter Berufung auf Stimmen aus der Lokalpolitik.

»In der jetzigen Gemengelage halte ich eine Bürgschaft für ausgeschlossen«, sagte der haushaltspolitische Sprecher der CDU-Bürgerschaftsfraktion, Thilo Kleibauer, der Zeitung. Auch sein SPD-Kollege Milan Pein sagte: »Der HSV täte allein aus Imagegründen gut daran, sich um eine Lösung in der freien Wirtschaft zu bemühen.«

Sanierung bis zur EM erforderlich

Die Stadt Hamburg hatte dem HSV vor zwei Jahren für 23,5 Millionen Euro das Grundstück abgekauft, auf dem das Volksparkstadion steht. Der Verkauf wurde unter der Auflage abgeschlossen, dass der Klub das Geld für die mehr als 20 Millionen Euro teure Sanierung des Stadions verwendet, das als Spielort bei der Fußball-EM 2024 vorgesehen ist.

Tatsächlich aber steckte der HSV die Millionen in den laufenden und während der Coronapandemie sehr verlustreichen Geschäftsbetrieb und muss die Stadionsanierung nun aus anderen Quellen finanzieren. Finanzvorstand Wüstefeld präsentierte dazu mit dem HSV-Hauptsponsor HanseMerkur einen Kreditgeber, benötigt für das ausgehandelte 13-Millionen-Euro-Darlehen jedoch einen Bürgen.

Dem »Abendblatt«-Bericht zufolge lehnen aktuell alle Fraktionen der Hamburgischen Bürgerschaft ab, dass die Stadt, wie von Wüstefeld erhofft, diese Rolle übernimmt. Ein Hauptgrund dafür ist die Verärgerung in weiten Teilen der Politik über den Umgang des HSV mit den Einnahmen aus dem Stadiongrundstücksverkauf. »Der HSV muss Transparenz herstellen«, sagte Dennis Paustian-Döscher, der haushaltspolitische Sprecher der Grünen.

Finanzvorstand Wüstefeld wird an diesem Donnerstag im Haushaltsausschuss der Bürgerschaft angehört. Dort soll der 53-Jährige auch darlegen, wofür der HSV die 23,5 Millionen Euro von der Stadt verwendet hat. Gegen Wüstefeld wurden zuletzt massive Vorwürfe im Zusammenhang mit seiner Tätigkeit als Medizinunternehmer erhoben. Er selbst weist diese als »Kampagne« zurück.

cev/dpa
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