Bundesliga Hannover 96 trennt sich von Trainer Breitenreiter

Seit acht Ligaspielen ohne Sieg, Platz 17 in der Tabelle: Hannover 96 hat auf die schlechten Ergebnisse der bisherigen Saison reagiert. André Breitenreiter ist nicht mehr Trainer des Bundesligisten.

André Breitenreiter
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André Breitenreiter


Das Debakel bei Borussia Dortmund war offenbar zu viel: Hannover 96 hat sich von Trainer André Breitenreiter getrennt. Das gab der Bundesligist bekannt. Nach 19 Spieltagen steht der Verein auf dem vorletzten Platz der Tabelle. Am Vortag hatten die 96 beim Spitzenreiter Borussia Dortmund 1:5 verloren.

Die Nachfolge soll "so zeitnah wie möglich geregelt" werden, damit sich die Mannschaft so gut wie möglich auf die nächste Partie gegen RB Leipzig am Freitag (20.30 Uhr, TV: Eurosport Player) vorbereiten kann, hieß es in der Mitteilung des Klubs.

Einen möglichen Nachfolger gab Hannover nicht bekannt. Zuletzt wurden der frühere 96-Coach Mirko Slomka, der ehemalige HSV-Trainer Markus Gisdol, Thomas Doll (zuletzt HSV und Dortmund), Steffen Baumgart (Paderborn) und auch Peter Stöger (zuletzt Dortmund) gehandelt. Laut "Bild"-Zeitung sollen auch Stefan Effenberg und Felix Magath auf der Liste stehen.

"André und sein Team haben in den letzten Wochen und Monaten wirklich alle Hebel in Bewegung gesetzt, um die Mannschaft wieder in die Erfolgsspur zurückzuführen", sagte Horst Heldt laut der Pressemitteilung. "Dies ist leider nicht gelungen. Deshalb sind wir zu dem Schluss gekommen, eine Trennung vorzunehmen."

Abfindung in Millionenhöhe

Breitenreiter hatte Hannover im März 2017 übernommen und hatte darauf die direkte Rückkehr in die Bundesliga perfekt gemacht. In der Folgesaison schaffte er den Klassenerhalt mit sechs Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz. In der laufenden Spielzeit läuft es bisher allerdings schlecht: Hannover hat bisher nur zweimal gewonnen. Neben fünf Unentschieden kassierte der Klub zwölf Niederlagen. Letztmals feierte die Mannschaft Anfang November drei Punkte - am elften Spieltag gegen Wolfsburg.

"Nun verbleiben noch 15 Ligaspiele, um die Klasse zu halten. Die Entwicklung zeigt, dass wir einen neuen Impuls setzen müssen, um die Wende schaffen zu können. Unser Ziel bleibt klar: Wir wollen auch nächstes Jahr in der 1. Liga spielen", erklärte Heldt.

Direkt vor der laufenden Saison wurde Breitenreiters Vertrag bis 2021 verlängert, nach der Trennung soll er eine Abfindung in Millionenhöhe erhalten.

Hannover vollzog damit die dritte Trainerentlassung der Bundesligasaison - zuvor mussten bereits Heiko Herrlich (Bayer Leverkusen) und Tayfun Korkut (VfB Stuttgart) gehen. Bereits nach dem 0:1 gegen Werder Bremen zum Auftakt der Rückrunde hatte es Berichte über eine bevorstehende Trennung von Breitenreiter gegeben.

aev/dpa

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insgesamt 11 Beiträge
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Seite 1
sametime 27.01.2019
1. War doch klar...
Man hat das Spiel gegen Tabellenführer Dortmund abgewartet, um einem neuen Trainer nicht gleich eine Niederlage zu geben. Sonst hätte er schon eher gehen müssen. Ob ein neuer Trainer erfolgreicher sein wird, muss sich erst noch zeigen. Trainer sind schnell gewechselt, aber wenn eine Mannschaft nicht mehr hergibt, nützt der beste Trainer nichts.
gammoncrack 27.01.2019
2. Nachdem ihm Anfang der Saison eine Verstärkung
mit zwei Defensivspielern verweigert wurde, wird ihm natürlich sofort klar geworden sein, dass er mit H96 absteigen würde. Soviel Fachkenntnis hat er allemal. Schon damals hätte sich der Verein doch schon von ihm trennen können. Warum hat man das nicht sofort gemacht? Das Fazit nun wird sein, dass Breitenreiter eine fette Abfindung erhält und H96 mit dann eben mit einem neuen Trainer absteigt, Außer Spesen nichts gewesen. Und daran träger Breitenreiter überhaupt keine Schuld.
archivdoktor 27.01.2019
3. Ojehhhhh
Wieso wurde der Vertrag mit Breitenreiter denn überhaupt verlängert? Anstatt sich um neue Spieler zu kümmern, wurschtelt sich dieser Verein von Spieltag zu Spieltag durch und vertraut dem lieben Gott, dass doch noch alles gut geht. Seit auch noch Gerhard Schröder bei 96 mitmischt geht da überhaupt nixxxx mehr....Was macht eigentlich der Manager Horst Heldt??
skeptikerjörg 27.01.2019
4. Same procedure than every year
Tatsache ist doch, dass die aktuelle Mannschaft nicht konkurrenzfähig ist; nur Nürnberg ist noch schwächer. Ok, an der Zusammensetzung war André Breitenreiter sicher beteiligt, aber ebenso Horst Heldt und der große Guru Martin Kind. Aber was soll die Feststellung, bevor sich ein Vereinspräsident und ein Manager selbst in Frage stellen, entlässt man halt den Trainer. Bei uns im Ruhrpott gibt es ein Sprichwort:"Niemand kann aus Kacke Gold machen" und das wird auch das Problem eines neuen Trainers sein, egal, wie er heißen wird. Es sei denn, Martin Kind greift in seine Privatschatulle und stiftet dem Verein noch mindestens 2 Stürmer und 2 Abwehrspieler mit Bundesligaformat, denn qualitativ reicht es weder vorne noch hinten.
Wahrheit2011 27.01.2019
5. Warum nicht Christian Titz (mein Zweitwunsch)?
Die Entlassung André Breitenreiters ist natürlich völlig richtig. Allein: Die Demontage seiner Person durch Sportchef Heldt und Vereinspräsident Kind seit ca. einer Woche war schäbig. Die beiden dürfen auch nicht bleiben. Es hätte bessere Zeitpunkte gegeben, etwa die beschämenden Auftritte gegen München, Düsseldorf oder Bremen. Ausgerechnet das ohnehin chancenlose Spiel beim souveränen Spitzenreiter BVB abzuwarten und den Trainer nach der erwartbaren Niederlage zu feuern, ist unfassbar. Zumal es ggü. dem Bremen-Spiel eine deutliche Steigerung gab. Dennoch: 11 Punkte nach 19 Spielen gehen gar nicht. Es ist leider sehr spät mit dem Trainerwechsel gekommen. Ich hoffe auf Peter Neururer, weil der nachweislich den Abstieg verhindert hat. Auch in Hannover, und genau einen "Feuerwehrmann" braucht man jetzt. Egal, ob für länger oder nur bis Saisonende - die Klasse muss um jeden Preis gehalten werden. Da bin ich mit den Bossen von 96 einer Meinung. Bitte nicht Thomas Doll oder Markus Gisdol, ich glaube, das wird nichts.
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