Mannschaftsarzt beim FC Bayern Müller-Wohlfahrt tritt zurück

Eine Ära geht zu Ende: Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt legt nach fast 40 Jahren sein Amt als Mannschaftsarzt des FC Bayern München nieder. Auslöser waren offenbar Vorwürfe des Vereins wegen der Niederlage in Porto.
Bayern-Teamarzt Müller-Wohlfahrt: "Vertrauensverhältnis nachhaltig beschädigt"

Bayern-Teamarzt Müller-Wohlfahrt: "Vertrauensverhältnis nachhaltig beschädigt"

Foto: Andreas Gebert/ dpa

Der langjährige Bayern-Mannschaftsarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt und sein Stab legen ihre Tätigkeit für den deutschen Fußball-Rekordmeister nach eigenen Angaben mit sofortiger Wirkung nieder. Dies teilte Müller-Wohlfahrt in einer Erklärung am Donnerstag mit.

"Nach dem Champions-League-Spiel des FC Bayern München gegen den FC Porto wurde aus uns unerklärlichen Gründen die medizinische Abteilung für die Niederlage hauptverantwortlich gemacht", heißt es darin. Man sehe dadurch das für eine erfolgreiche medizinische Arbeit notwendige Vertrauensverhältnis nachhaltig beschädigt. Der 72-Jährige war seit dem 1. April 1977 mit einer kurzen Unterbrechung für die Bayern tätig und ist weiterhin Teamarzt der deutschen Nationalmannschaft.

Der FC Bayern hatte das Viertelfinal-Hinspiel der Champions League 1:3 verloren und musste dabei auf etliche verletzte Stars verzichten, darunter Arjen Robben (Bauchmuskelriss), Franck Ribéry (Knöchelprobleme), Bastian Schweinsteiger (erkrankt), David Alaba (Innenbandriss) und Javier Martínez (Kreuzbandriss).

Die Bayern wurden vom Schritt der Mediziner völlig überrascht. "Wir haben von dieser Pressemitteilung keine Kenntnis, insofern können wir sie nicht kommentieren", sagte Mediendirektor Markus Hörwick am Donnerstagabend.

Bereits im vergangenen Jahr hatte es bei den Münchnern Aufregung um den Mannschaftsarzt gegeben. Damals war es zwischen Bayern-Trainer Josep Guardiola und Müller-Wohlfahrt zum Streit über die Behandlung von Mittelfeldspieler Thiago gekommen.

Schon einmal war Müller-Wohlfahrt beim Rekordmeister zurückgetreten: Nach einem Streit mit Jürgen Klinsmann im Jahr 2008 kehrte er allerdings unmittelbar nach dessen Entlassung zurück.

mon/dpa/sid
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