Vorstellung als neuer Bundestrainer Flick stellt Müller und Hummels weitere Länderspiele in Aussicht

Nationalmannschaft statt FC Bayern: Hansi Flick hat seine Arbeit als Bundestrainer aufgenommen. Er bedankte sich bei Vorgänger Joachim Löw und will für einige Routiniers die Tür ins DFB-Team offen halten.
Hansi Flick

Hansi Flick

Foto: CHRISTOF STACHE / AFP

Der neue Bundestrainer Hansi Flick erwartet von seinen Nationalspielern eine »All-in-Mentalität«. Das bedeute für ihn, »dass man alles gibt, um als Sieger vom Platz zu gehen. Das werden wir vorleben, wir alle«, sagte der 56-Jährige während seiner offiziellen Vorstellung in Frankfurt am Main. Die Erwartungen seien groß, sagte Flick, der vom deutschen Rekordmeister FC Bayern zum DFB gewechselt war. »Die Fußballnation Deutschland ist Erfolg gewohnt.«

Die ersten Länderspiele als Bundestrainer stehen für Flick Anfang September mit dem Dreierpack in der WM-Qualifikation gegen Liechtenstein, Armenien und Island an. In der Ausscheidungsgruppe für das Turnier 2022 in Katar ist die DFB-Auswahl derzeit Dritter. Nur der Tabellenerste qualifiziert sich sicher für die WM. Seinen ersten Kader will Flick am 26. August nominieren.

Mit dabei sein könnten die für die Fußball-EM zurückgekehrten Thomas Müller und Mats Hummels. »Die besten Spieler werden eingeladen. Wenn sie Topleistung abrufen, dann sind sie Teil dieser Mannschaft«, antwortete der 56-Jährige auf die Frage zur Zukunft von Müller, Hummels und auch Jérôme Boateng im DFB-Trikot.

Mats Hummels und Thomas Müller während der Vorbereitungen auf die vergangene EM

Mats Hummels und Thomas Müller während der Vorbereitungen auf die vergangene EM

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Andreas Schaad / Getty Images

Die beiden wurden von Joachim Löw nach ihrer Ausbootung im März 2019 für die EM zurück in die Nationalmannschaft geholt. Im Turnier schied die DFB-Elf im Achtelfinale gegen England aus.

Flick lobte auf Nachfrage auch Marco Reus und Mario Götze. BVB-Stürmer Reus sei »einer der besten Spieler im letzten Drittel«. Götze sei in Eindhoven »wieder in die Spur gekommen«. Beide standen nicht im EM-Kader.

Außer Toni Kroos wird es keinen weiteren Rücktritt aus der Nationalmannschaft geben. »Nein«, antwortete Flick auf die Frage, ob weitere Spieler Abschied nehmen werden.

»Ich habe Löw sehr viel zu verdanken«

Trainer-Routinier Hermann Gerland soll zukünftig beim DFB arbeiten. Er habe »seine Bereitschaft signalisiert. Da müssen wir uns im Detail unterhalten, welche Aufgabe er ausfüllen kann. Ich kenne Hermann jetzt schon ewig lange«, sagte Flick über Gerland, der dem neuen Bundestrainer beim FC Bayern assistierte. Es gehe dabei wohl um eine Tätigkeit im Scoutingbereich.

Zudem sprach Flick seinem Vorgänger Löw seinen Dank aus. Dieser habe »eine herausragende Arbeit geleistet«, sagte Flick: »Ich habe ihm sehr viel zu verdanken, weil er auch mich gefördert hat.« Beim WM-Titel 2014 war Flick Löws Assistent gewesen. Rund um seinen Amtsantritt habe er sich ausführlich mit seinem Vorgänger ausgetauscht. »Wir haben natürlich lange telefoniert. Da wird es mit Sicherheit eine Gelegenheit geben, dass wir uns noch mal austauschen, bei einem Essen oder bei einem Espresso«, sagte Flick.

mon/dpa/sid
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