Grenze der Belastbarkeit DFB-Sportdirektor Flick kritisiert Youth League

In der Youth League, der Champions League für Fußballnachwuchsteams, sind die Strapazen groß - und der Erfolg bleibt aus. Hans-Dieter Flick hat den Wettbewerb nun kritisiert. Aufwand und Nutzen seien zu überdenken.

DFB-Sportdirektor Flick (Archivbild): "Sensibilität gefragt"
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DFB-Sportdirektor Flick (Archivbild): "Sensibilität gefragt"


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Hamburg - DFB-Sportdirektor Hans-Dieter Flick sieht die Youth League, die Champions League für U-19-Teams, kritisch. "Ich habe Zweifel daran, ob der hohe Aufwand in einem angemessenen Verhältnis zum Nutzen steht", sagte der 49-Jährige. Gerade für kleinere Nationen sei ein solcher Wettbewerb positiv, "mit Blick auf unsere Strukturen hätten wir in Deutschland die Youth League nicht unbedingt gebraucht", sagte Flick.

Gekoppelt an die Champions League treten in der Gruppenphase der Youth League 32 Nachwuchsteams gegeneinander an, um sich international zu messen. Von den deutschen Teilnehmern haben wie bei der Premiere in der Vorsaison nur die Talente des FC Schalke 04 die K.o.-Runde erreicht. Bayern München, Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen sind in ihren Gruppen gescheitert.

Auch die Klub-Verantwortlichen beklagen die großen Strapazen für den Nachwuchs und die daraus resultierenden schulischen Probleme. Bei den Talenten sei "Sensibilität gefragt", sagte Flick. Spieler der U-18- oder U-19-Jahrgänge seien "an der Grenze der Belastbarkeit angekommen", erklärte der frühere Assistent von Bundestrainer Joachim Löw, "das müssen wir berücksichtigen."

chp/dpa



insgesamt 11 Beiträge
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sarkosy 10.12.2014
1. Als neuer DFB-Sportdirektor
beweist Herr Flick vorerst einmal gesunden Menschenverstand mit Achtung für die jungenTalente.Wird er sich gegen die finanziellen Interessen der Fussball-Funktionäre durchsetzen können?
der_ba_be 10.12.2014
2.
Beim FCB zum Beispiel, scheint man das anders zu sehen. Heiko Vogel (U19-Trainer) sieht den Wettbewerb eher positiv. ginge es doch eigentlich nur um 3 Auslandsreisen welche zeitfresser darstellen, welche man auch versucht zu dosieren. Und ob die Jungs eine intensive athletikeinheit in der Mitte der Woche machen, oder 90 Minuten Fussball spielen, ist von der Belastung her jetzt nicht so der Unterschied. So verzichtete Vögel in manchester zum Beispiel auf 3 Stammspieler, Weil diese am nächsten Tag wichtige Klausuren schrieben. So ist es also an den Vereinen selbst die Belastung zu dosieren bzw. die schulische Entwicklung im Auge zu behalten.
swandue 10.12.2014
3. Geld, Geld, noch mehr Geld - sonst interessiert die UEFA nix.
Wie sollte es auch anders sein, ist ja schließlich auch Teil der "Fußballfamilie", wie die große Schwester FIFA. Mats Hummels hat auch schon was dazu gesagt: "'Dass die U19 in dieser komischen Youth League spielen muss, halte ich für ganz großen Humbug. So etwas sollte man schleunigst rückgängig machen', sagte der Kapitän vom deutschen Vizemeister Borussia Dortmund. Die Europäischen Fußball-Union (Uefa) denkt aber überhaupt nicht daran. Im Gegenteil. In der kommenden Saison wird der umstrittene Wettbewerb für die Nachwuchsmannschaften der europäischen Spitzenklubs weiter aufgebläht, statt 32 nehmen 64 Teams teil." Vor der Youth League gab es auch schon einen Wettbewerb für diese Mannschaften auf europäischer Ebene, bei dem Rücksicht auf die Spieler genommen wurde, indem Auswärtsspiele während der jeweiligen Schulferien stattfanden. Außerdem nahmen die BESTEN JUNIORENmannschaften teil. Der hatte aber den Fehler, dass er unabhängig von der UEFA durchgeführt wurde. Das kann man natürlich nicht dulden. Jetzt sind es die Juniorenmannschaften der CL-Teilnehmer und die sollen in den selben Wochen spielen wie die "Großen".
Ignorant00 10.12.2014
4.
Zitat von der_ba_beBeim FCB zum Beispiel, scheint man das anders zu sehen. Heiko Vogel (U19-Trainer) sieht den Wettbewerb eher positiv. ginge es doch eigentlich nur um 3 Auslandsreisen welche zeitfresser darstellen, welche man auch versucht zu dosieren. Und ob die Jungs eine intensive athletikeinheit in der Mitte der Woche machen, oder 90 Minuten Fussball spielen, ist von der Belastung her jetzt nicht so der Unterschied. So verzichtete Vögel in manchester zum Beispiel auf 3 Stammspieler, Weil diese am nächsten Tag wichtige Klausuren schrieben. So ist es also an den Vereinen selbst die Belastung zu dosieren bzw. die schulische Entwicklung im Auge zu behalten.
Naja, "nur 3 Auslandreisen" ist ja mal sehr beschönigend dahingesagt. Ich würde sogar sagen gelogen, kenne allerdings auch das zugrundliegende Zitat nicht! Da sieht man vielleicht auch sehr gut, dass auch der Stellenwert eines Herrn Vogel größer ist, wenn er denn mit "seinen Jungs" in der Cl spielt! Also 3 Auslandsreisen sind es ja "nur", wenn die Mannschaft nicht weiterkommt! Die Bayern sind zwar letzesmal in der Vorrunde gescheitert, aber das kann ja nicht der Maßstab für eine mögliche Belastung sein! Wenns mal wieder länger dauert? Die Reise kann ja mal locker mehrere tausend Kilometer gehen und zig Zeitzonen überwinden? Ob ich jetzt ne Athletikeinheit mache oder zig Stunden im Flugzeug sitze, meinen Biorythmus durcheinanderbringe um zwischendurch noch ein Fußballspiel zu absolvieren ist echt dasselbe?! ;-))) Das ist für Profis alles schon eine immense Belastung, den Mehrwert für Schüler kann ich nicht erkennen. Vor allem da noch genug Spieler auch in dem Alter noch durchs Raster fallen und halt keine Profis werden. Da wird auf dem rücken von jungen Menschen der Profilierungssucht einiger gedacht!
das_erstaunen 10.12.2014
5. Sportlicher Wert?
Ich stelle den sportlichen Wert in Frage. Die Qualifikation zu diesem Wettbewerb wird ja nicht über die Leistungen der Jugendmannschaften geklärt, sondern, ob die Profimannschaften in der Champions-League spielen. Somit ist - neben der Frage der Belastungen - die Frage, was das soll. Wenn schon, dann sollten die Jugenmeister der Länder da spielen. Wenn es dann die selben Vereine betrifft ist es ja ok.
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