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10. Februar 2019, 13:40 Uhr

Sportdirektor des FC Bayern

"Kampagne", "ahnungslos" - Salihamidzic attackiert Sky-Experte Hamann

"Ich glaube, dass er zum Problem wird": Vergangene Woche kritisierte TV-Experte Dietmar Hamann Bayerns Starstürmer Robert Lewandowski. Darauf reagierte Hasan Salihamidzic nun - und zwar mit viel Schärfe.

Schalke besiegt, Rückstand auf Tabellenführer Dortmund verkürzt: Eigentlich könnten sie beim FC Bayern genießen und schweigen. Nach dem 3:1-Erfolg gegen den FC Schalke 04 am Samstagabend polterte Sportdirektor Hasan Salihamidzic trotzdem. Es ging um Sky-Experte Dietmar Hamann und dessen Kritik an Bayern-Stürmer Robert Lewandowski.

"Ich glaube nicht, dass Robert Lewandowski für Bayern München ein Problem ist, sondern Didi Hamann ist ein Problem für Sky", sagte Salihamidzic: "Die Leute von Sky müssen über Didi Hamann nachdenken", sagte er. Er müsse Lewandowski "hervorheben in unserer guten Mannschaft, weil er einfach ein Leader ist. Er läuft vorneweg, er ist unser Topscorer, er ist einer der besten Stürmer der Welt." Man könne ihn daher nicht kritisieren, sagte er weiter: "Das ist ahnungslos".

"Offensichtlich, dass er ein Einzelgänger ist"

Anlass der Kritik waren Hamanns Äußerungen nach der 1:3-Niederlage bei Bayer Leverkusen am vergangenen Spieltag. Da hatte der Ex-Bayern-Profi gesagt: "Ich glaube, dass Lewandowski zum Problem für Bayern München wird." Grund seien "seine Theatralik, sein Abwinken, sein zum Teil lustloses Verhalten auf dem Platz. Ich glaube, es ist offensichtlich, dass er ein Einzelgänger ist." Das sei in der Vergangenheit kein Problem gewesen, weil Lewandowski "Tore gemacht und auch, wenn er keine Tore gemacht hat, einen Wert für die Mannschaft hatte", so Hamann. Das sei aber nicht mehr der Fall.

Nach dem 21. Spieltag steht Lewandowski mit 13 Treffern hinter Frankfurts Luka Jovic auf Platz zwei der Bundesliga-Torschützenliste. Vergangene Saison waren es zum gleichen Zeitpunkt 18 Tore und Platz eins gewesen. Dafür liefert der 30 Jahre alte Stürmer deutlich mehr Vorlagen (zehn ) als im Vorjahr (drei bis zum 21. Spieltag, am Saisonende waren es vier). Zudem spielt Lewandowski eine bessere Champions-League-Saison als zuletzt (2018/2019: acht Tore in sechs Partien; 2017/2018: fünf Tore in elf Partien).

"Das muss möglich sein"

Salihamidzic sprach sogar von einer "Kampagne", die Hamann gegen den Münchner Angreifer führe. Warum Hamann einen solchen Feldzug führen sollte, ließ er unbeantwortet. Sky-Reporter Patrick Wasserziehr hielt im Interview mit Salihamidzic dagegen: "Ich glaube überhaupt nicht, dass Didi Hamann ein Problem für Sky ist, weil er einfach klar und deutlich seine Meinung artikuliert, auch wenn sie Bayern München nicht gefällt. Das muss möglich sein. Und hinter einer Kampagne würde ein Zweck stecken", sagte Wasserziehr.

Nun teilte Sky in einem Statement mit: Hamanns Urteil werde "allgemein sehr hoch geschätzt, da er auch kontroverse Thesen vertritt, die nicht immer von allen geteilt werden. Daran lässt er sich dann auch messen und darüber darf jederzeit sachlich diskutiert werden."

Vermeintlich unsachliche Kritik an Bayern-Spielern und der Kaderplanung - diesen Vorwurf hatten die Bayern-Bosse Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge in einer denkwürdigen Pressekonferenz im vergangenen Oktober erhoben. Dabei hatten sie unter anderem mit rechtlichen Schritten gedroht und Artikel 1 des Grundgesetzes zitiert.

Anmerkung d. Red.: Dietmar Hamann war in der Vergangenheit als Kolumnist bei SPIEGEL ONLINE tätig.

mon/dpa/sid

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