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Sieg über Inter: Schalke bezwingt den Titelverteidiger

Foto: Bongarts/Getty Images

Heimsieg gegen Inter Schalke bejubelt Halbfinaleinzug

Ein Tor, eine Vorlage: Stürmer-Star Raúl war entscheidend daran beteiligt, dass der FC Schalke in der Champions League auch das Viertelfinal-Rückspiel gegen Inter Mailand gewann und in die Runde der besten Vier eingezogen ist. Real Madrid ist ebenfalls weiter und trifft nun auf den FC Barcelona.

Das blau-weiße Märchen vom Triumph in der Champions League geht weiter. Nach der 5:2-Gala bei Inter Mailand gewann der FC Schalke auch das Rückspiel gegen den Titelverteidiger. Vor heimischer Kulisse traf Raúl zunächst zur S04-Führung (45. Minute) und legte für Benedikt Höwedes auf, der den 2:1-Endstand erzielte (81.). Thiago Motta (49.) hatte zwischenzeitlich für die Mailänder ausgeglichen, die über weite Strecken der Partie nicht den Eindruck machten, als glaubten sie noch an das Wunder. Ganz anders hingegen der FC Schalke. "Wir wollten unbedingt auf Sieg spielen. Selbst das 1:1 war uns nicht genug", sagte Abwehrspieler Christoph Metzelder.

"Es ist ein großer Erfolg von Felix Magath, dass wir überhaupt im Viertelfinale standen", sagte Schalkes Sportdirektor Horst Heldt beim TV-Sender Sky mit Blick auf den Ex-Trainer. Und er lobte auch den neuen Coach: "Ralf Ragnick hat die Mannschaft optimal eingestellt. Es ist etwas Historisches."

Im zweiten Spiel des Abends gewann Real Madrid bei Tottenham Hotspur 1:0 (0:0) durch ein Tor von Cristiano Ronaldo (50.). Schon das Hinspiel (4:0) hatten die "Königlichen" gewonnen. Sie treffen nun im Duell der Giganten auf den FC Barcelona, der sich gegen Schachtjor Donezk durchgesetzt hatte. Das Halbfinal-Hinspiel findet am 27. April (20.45 Uhr) im Santiago-Bernabéu-Stadion in Madrid statt. Einen Tag zuvor empfängt Schalke in der eigenen Arena Manchester United (20.45 Uhr, jeweils Liveticker SPIEGEL ONLINE). Die Mannschaft von Trainer Alex Ferguson hatte den FC Chelsea ausgeschaltet.

Die beiden Partien gegen den englischen Rekordmeister um den Einzug ins Finale hätte auch Inter Mailand gerne erreicht, um als erstes Team überhaupt seinen Champions-League-Titel zu verteidigen. Doch das Wunder, das der Tabellendritte der Serie A dafür gebraucht hätte, blieb aus. Weil Schalke geschickt verteidigte und Inter den absoluten Willen vermissen ließ, der für eine Sensation nötig gewesen wäre.

Inter in Halbzeit eins überlegen, Schalke mit dem Tor

Dabei waren die Italiener vor 54.000 Zuschauern in der ersten Halbzeit überlegen, hatten mehr Spielanteile und Ballbesitz als die defensiv eingestellten und auf Konter lauernden Gastgeber. Sieben zu eins lautete das Eckenverhältnis in den ersten 45 Minuten zugunsten der Mailänder. Nur kreierten sie aus dieser Überlegenheit kaum Chancen. Zwei Fernschüsse von Wesley Sneijder (5./13.) waren kein Problem für Schalke-Torwart Manuel Neuer. Mehr Mühe hatte der Nationalkeeper da schon mit Dejan Stankovic' Versuch aus der Distanz (36.), den Neuer zur Ecke abwehrte.

Von Beginn an verriet die Körpersprache der Inter-Spieler allerdings, dass sie selbst nicht an das Wunder glaubten. Diejenigen Mailänder Fans, die zumindest noch ein kleines bisschen Hoffnung hatten, wurden kurz vor dem Halbzeitpfiff ihrer Illusionen beraubt. Der Spanier Raúl lief nach tollem Pass seines Landsmannes José Manuel Jurado auf Júlio César zu, umdribbelte den Inter-Torwart und schob zum 1:0 ein (45.). Es war Raúls 71. Tor in der Königsklasse, damit steht er an der Spitze der ewigen Torjägerliste.

Spätestens jetzt war klar, dass Schalke die Tickets nach Manchester würde buchen können. An dieser Tatsache änderte auch der Mailänder Ausgleich kurz nach dem Seitenwechsel nichts. Nach einer Ecke verlängerte der ehemalige Bayern-Verteidiger Lucio per Kopf zu Thiago Motta, der aus kurzer Distanz zum 1:1 einschoss (49.).

Nun waren es "nur" noch vier Tore, die Inter in den verbleibenden rund 40 Minuten hätte schießen müssen. Grundsätzlich nicht unmöglich - für die Italiener an diesem Tag aber schon. Denn anstatt nach dem Ausgleich weiter Druck zu machen, überließen die Mailänder den Schalkern die Initiative. Und die Gastgeber hatten die klar besseren Chancen. Doch die Versuche per Kopf von Kyriakos Papadopoulos (57./64.) gingen über das Tor. Im Netz landete der Kopfball von Höwedes (60.), doch der Innenverteidiger stand bei der Vorlage von Joel Matip knapp im Abseits. Regulär war hingegen sein Tor in der 81. Minute nach Vorlage von Raúl zum 2:1 - zugleich der Endstand.

"Die Mannschaft hat zwei großartige Spiele gemacht. Wenn man gegen den Champions-League-Sieger nur zwei Chancen zulässt, weiß man, wie gut sie gearbeitet hat. Das ist ein außergewöhnlicher Abend. Die Jungs können stolz sein", sagte Rangnick nach dem Spiel und blickte bereits in Richtung Halbfinale: "Gegen Manchester sind wir klarer Außenseiter."

Schalke 04 - Inter Mailand 2:1 (1:0)
1:0 Raul (45.)
1:1 Motta (49.)
2:1 Höwedes (81.)
Schalke: Neuer - Uchida, Metzelder, Höwedes, Sarpei - Matip, Papadopoulos - Baumjohann (73. Draxler), Jurado (87. Schmitz) - Raul, Edu (77. Charisteas)
Mailand: Julio Cesar - Maicon, Ranocchia, Lucio, Nagatomo - Thiago Motta - Stankovic (46. Pandev), Zanetti - Sneijder (80. Coutinho) - Eto'o, Milito
Schiedsrichter: Skomina (Slowenien)
Zuschauer: 54.142
Gelbe Karten: Raul (2), Papadopoulos (2), Schmitz - Lucio (4), Motta (3), Ranocchia

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