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21. April 2005, 16:11 Uhr

Heißer Flirt

Effenberg an Job in Gladbach interessiert

Stefan Effenberg kann sich gut vorstellen, Teammanager bei Borussia Mönchengladbach zu werden. Ins Gespräch gebracht wurde der ehemalige Publikumsliebling von Sportdirektor Peter Pander, der heute die Nachfolge von Christian Hochstätter antrat. Pander hatte "Effe" zu seiner Zeit als Manager des VfL Wolfsburg in die Autostadt geholt.

Ex-Kicker Effenberg: "Pander hat meine Nummer"
AP

Ex-Kicker Effenberg: "Pander hat meine Nummer"

Mönchengladbach - "Wenn Pander will, kann er mich immer erreichen, er hat ja meine Nummer", lässt Effenberg den frisch vorgestellten Sportdirektor der Borussen via "Bild" wissen. Der ehemalige Nationalspieler, der von 1987 bis 1991 und von 1995 bis 1999 für die Gladbacher spielte, hält große Stücke auf den Mann, der ihn der Saison 2002/2003 zum VfL Wolfsburg holte. "Ich schätze Peter Pander sehr. Er ist total korrekt. Wir sind in Wolfsburg gut miteinander ausgekommen", so Effenberg.

Pander hatte Effenberg kurz nach seinem Amtsantritt ins Spiel gebracht, als er ankündigte, zur kommenden Spielzeit das Amt eines Teammanagers einführen zu wollen. Auf die Frage, ob der ehemalige Gladbacher Profi Stefan Effenberg ein Kandidat für den Posten des Teammanager sei, antwortete Pander: "Er liebt diesen Verein. Ich glaube zwar nicht, dass er bei all seinen Verpflichtungen Zeit hat, aber ich kann ihn ja mal fragen." Diese Mühe kann er sich nun sparen.

Doch zunächst will Pander die Prioritäten auf den Klassenerhalt setzen. "Es gilt jetzt, mit voller Kraft den Bundesliga-Verbleib zu sichern, aber ich bin kein Messias", sagte Pander heute bei seiner offiziellen Vorstellung. "Alle Gespräche über die Zukunft werden zurückgestellt", kündigte der 54-Jährige an, der einen auch für die zweite Liga geltenden Vertrag bis 2008 erhielt.

Sein Engagement in Mönchengladbach begründete Pander ("Der Verein muss jetzt zur Ruhe kommen") mit den guten Voraussetzungen beim fünfmaligen deutschen Meister. "Ich habe die Chance bekommen und werde sie nutzen. Das ist ein Club mit Perspektive, der wirtschaftlich erfolgreich arbeitet. Und ich wollte wieder in die Bundesliga zurück."

Borussia Mönchengladbach hat bei fünf noch ausstehenden Spielen und einem sehr schweren Restprogramm nur einen Punkt Vorsprung auf einen Abstiegsplatz. Am Sonntag (17.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) gastiert der Tabellen-15. (30 Zähler) beim ebenfalls noch gefährdeten 1. FC Nürnberg (34).

"Job-Hopping ist eigentlich nicht unser Stil"

Sportdirektor Pander: "Wollte wieder in die Bundesliga zurück"
AP

Sportdirektor Pander: "Wollte wieder in die Bundesliga zurück"

Hochstätter, seit 23 Jahren im Verein und ab 1999 Sportdirektor, hatte den Bundesliga-15. bereits am Dienstag informiert, dass er zum Saisonende gehen wolle. "Er wollte die Kritik, die aus seiner Sicht überzogen war, nicht mehr ertragen", sagte Präsident Rolf Königs. Gestern habe man sich bereits mit Pander per Handschlag geeinigt. Hochstätter, dessen Vertrag noch bis 2007 läuft und der eine Abfindung erhalten soll, habe daraufhin "empfohlen, den Wechsel aufgrund seiner Verfassung schnell zu machen", so Königs.

"Job-Hopping ist eigentlich nicht unser Stil", betonte Königs, der aber zugab: "Wir sind unzufrieden mit der Personalpolitik." Von zuletzt 15 verpflichteten Spielern war nur Nationalstürmer Oliver Neuville ein Volltreffer. Zudem scheiterten in den vergangenen 19 Monaten drei Trainer. Bereits am Montag hatte der niederländische Chefcoach Dick Advocaat nach nur 167 Tagen seinen Rücktritt erklärt. Als Interimscoach fungiert der bisherige Amateurtrainer Horst Köppel.

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