Vorwurf der Einflussnahme DFB entmachtet Videobeweis-Chef Krug

Hellmut Krug soll als Supervisor unerlaubten Einfluss auf den Video-Assistenten genommen haben. Der DFB äußert sich nicht zu den Vorwürfen, hat Krug nun aber als Projektleiter abgesetzt.

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Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat den früheren Fifa-Schiedsrichter Hellmut Krug als Projektleiter des Videobeweises abgesetzt. Damit reagiert der Weltmeister-Verband auf die schwerwiegenden Manipulationsvorwürfe gegen den 61-Jährigen. Die Entscheidung fiel am Montag während einer DFB-Sitzung in Frankfurt/Main. Krugs Aufgaben übernimmt bis auf Weiteres Schiedsrichter-Chef Lutz Michael Fröhlich. Unterstützt wird er im operativen Bereich durch Florian Götte, den Abteilungsleiter Schiedsrichterwesen.

Krug bleibt in dem Projekt engagiert, so hieß es vonseiten des DFB, und "wird sich auf die inhaltliche Analyse und die fachliche Dokumentation konzentrieren sowie wie bisher die Berichterstattung an das internationale Regelboard IFAB leisten". Ihm war vorgeworfen worden, in seiner Funktion als Supervisor in der Videozentrale in Köln unerlaubterweise Einfluss auf die Entscheidungen der Video-Assistenten genommen zu haben. Im Fokus steht das Bundesligaspiel zwischen Schalke und Wolfsburg am 10. Spieltag. Krug bestreitet das.

Der Verband äußerte sich in seiner Erklärung nicht direkt zu den Vorwürfen, wies aber darauf hin, dass Supervisoren "künftig während der Spiele keine direkte Kommunikation mehr mit den Video-Assistenten haben werden. Der Video-Assistent entscheidet vollkommen eigenständig, welche Einschätzung er dem verantwortlichen Schiedsrichter auf dem Rasen zukommen lässt". Zudem bekräftigte der DFB seinen grundsätzlichen Glauben an das Projekt.

Krug hatte zuletzt auch seinen Platz in der DFB-Schiedsrichterkommission Elite verloren, nachdem Referee Manuel Gräfe schwere Anschuldigungen gegen ihn und seinen Funktionärskollegen Herbert Fandel erhoben hatte.

chh/sid/dpa



insgesamt 13 Beiträge
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vaikl 06.11.2017
1. Schlimmstes Dorfverein-Theater...
...in der gesamtdeutschen Sportgeschichte. Mehr Kasperle geht einfach nicht.
Franke aus Hamburg 06.11.2017
2. Dabei....
... ist es so einfach. Einführung der Feldhockey-Regeln. Nicht nur, dass die Verantwortung bei der protestierenden Mannschaft liegt, auch die Schwalben im Spiel werden massiv zurückgehen.
grommeck 06.11.2017
3. Der DFB ist eine Idiotenverein!
Schlimmer geht es kaum noch, höchstens noch etwas mehr Korruption würde das Bild abrunden.
fredderfarmer 06.11.2017
4. Verwirrende Emotionen
Fußballgucken mit Videoschiri im Nacken ist echt anstrengend und die Gefühle sind verwirrend... wenn also ein Spieler "meiner" Mannschaft im Sechzehner Handspiel begeht, der Schiri es aber nicht pfeift, ich mich freue wie Bolle, dann aber nachträglich der Videoschiri auf Elfer entscheidet, ist das doof. Die 2./3. Liga guckt sich da momentan echt flüssiger.
Levator 06.11.2017
5. Der Krug
geht so lange zum Brunnen bis er bricht... Viel zu lange m. M. n., gab es Supervisioren alá Krug, welche aus dem dark-off auch noch in geheimer Mission dem eigentlichen Video-Schiedsrichter "eingeflüstert" haben und dessen Urteil übertrump(f)ten. Auch so ne taube Nuss (OT). Rote Karte für Krug. Endlich. Und dafür braucht der DFB eine Krisensitzung. Unfassbar, wie lange diese Funktionärspfeifen Zeit benötigt haben, zu erkennen, was selbst ein Blinder sieht...
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