Konflikt mit Hertha-Investor verschärft sich Erst Klub-Doku gestoppt, dann »Grenze überschritten«

Weil sich Teile der Hertha-Führung über Investor Windhorst lustig gemacht haben sollen, wurde eine geplante Doku gestoppt. Es folgte scharfe Kritik – von beiden Seiten.
Hertha-Investor Lars Windhorst fühlte sich in der gestoppten Doku verächtlich gemacht

Hertha-Investor Lars Windhorst fühlte sich in der gestoppten Doku verächtlich gemacht

Foto: Christophe Gateau / dpa

Mittlerweile gestoppte Pläne für eine Dokumentation über Fußball-Bundesligist Hertha BSC haben die angespannte Beziehung zwischen dem Berliner Traditionsverein und Investor Lars Windhorst mit seiner Tennor-Gruppe weiter belastet. Im Imagefilm, den Windhorst mit einer Million Euro finanzierte, soll der Investor von hochrangigen Klubmitarbeitern in ein schlechtes Licht gerückt worden sein – offenbar Grund genug, das Projekt vorzeitig zu beenden.

»Ziel war es, den Film an Streamingdienste wie Amazon zu verkaufen, um Hertha als Marke international aufzupeppen«, sagte Tennor-Sprecher Andreas Fritzenkötter der Nachrichtenagentur dpa über das Projekt, von dem zuerst die »Sport Bild« berichtet hatte. Die betreffenden Passagen seien jedoch »nicht geeignet, um in einem Werbefilm über Hertha gezeigt zu werden.«

So soll ein Mitglied der Geschäftsleitung Windhorst als »unsympathisch« bezeichnet haben, auch soll sich über den Investor lustig gemacht worden sein. Das Projekt der Produktionsfirma Pulse Films, für das Regisseur Lee Hicken und Ex-Hertha-Profi Axel Kruse die Mannschaft über einen längeren Zeitraum begleiten sollten, sei bereits im vergangenen Sommer gestoppt worden.

Auf eine Weiterführung des Projekts unter neuer Regie konnten sich beide Parteien nicht einigen. »Eine Bearbeitung ist praktisch unmöglich und kostet zusätzliches Geld«, erklärte Fritzenkötter das Aus des Films. Über die fortwährenden Störungen im Umgang zwischen Verein und Investor zeigte Fritzenkötter sich verwundert: »Wir haben nicht gedacht und waren überrascht, dass Hertha nach unserem Einstieg so die Türen zuschlägt.«

Hertha-Präsidium nimmt Stellung

Überrascht und sichtlich verstimmt zeigte sich am Mittwochabend auch das Klubpräsidium, das in einer öffentlichen Erklärung  Stellung zu einigen Aussagen Fritzenkötters bezog. Es würden »zum wiederholten Male unspezifische Vorwürfe und Unterstellungen« getätigt, die das Ansehen von Hertha BSC sowie das Investment seitens der Tennor Holding beschädigten.

Insbesondere störten sich die Klubvertreter an Fritzenkötters Aussage »Im Mai ist die nächste Mitgliederversammlung. Da wird sicher etwas passieren müssen« – eine Aussage, mit der laut Klubstatement »eine Grenze in Bezug auf die Autonomie des höchsten Vereinsgremiums überschritten« sei.

Zuletzt hatte Windhorst sein Investment von 375 Millionen Euro als Fehler bezeichnet. Die sportliche Zwischenbilanz der Berliner liest sich ernüchternd: Hertha liegt vor dem 26. Spieltag mit 23 Punkten auf dem Relegationsrang, einen Zähler vor dem ersten Abstiegsplatz.

cev/dpa
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