Relegation Hertha BSC legt Einspruch ein

Das Chaos in der Relegation hat ein juristisches Nachspiel. Hertha hat gegen die Wertung des Rückspiels in Düsseldorf Protest eingelegt, die Fortuna sagte daraufhin die Aufstiegsfeier ab. Der DFB-Kontrollausschuss ermittelt aber auch gegen vier Berliner Spieler - Schiedsrichter Stark soll geschlagen worden sein.


Hamburg - Über den letzten vakanten Startplatz in der Bundesliga wird vor dem Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) entschieden: Hertha BSC legt offiziell Protest gegen die Wertung des skandalösen Relegationsrückspiels bei Fortuna Düsseldorf (2:2) ein. Das teilte der Verein, der nach dem 1:2 im Hinspiel in die 2. Liga abgestiegen wäre, am Mittwochabend mit.

"Es ging nur noch um die Sicherheit unserer Spieler, ein regulärer Spielablauf war nicht mehr möglich. Die Spieler hatten Angst. Es ging nicht mehr um das Sportliche", sagte Manager Michael Preetz im Rahmen einer Pressekonferenz in Berlin. Deshalb werde man formell und fristgerecht Einspruch gegen die Spielwertung einlegen. "Nun trainieren wir weiter, bis es eine Entscheidung gibt", so Preetz.

Über den Einspruch und damit auch den Aufstieg der Düsseldorfer entscheidet nun das DFB-Sportgericht, bereits am Freitag wird verhandelt. Die mündliche Verhandlung beginnt um 13.30 Uhr. Geleitet wird sie von Hans E. Lorenz, dem Vorsitzenden des DFB-Sportgerichts. Das gab der Verband am Mittwochabend bekannt. "Wir können bestätigen, dass Hertha BSC Einspruch gegen die Spielwertung eingelegt hat. Das Sportgericht wird sich bereits am Freitag mit dem Fall befassen", sagte DFB-Mediendirektor Ralf Köttker.

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Relegationsspiel Hertha-Düsseldorf: Die Bilder des Skandal-Spiels
Gegner Fortuna Düsseldorf reagierte und sagte nach dem Einspruch der Hertha die für Samstag geplante Aufstiegsfeier ab. Das berichtet die "Rheinische Post". Die Absage habe "verschiedene organisatorische Gründe", wird der Fan-Beauftragte Jörg Emgenbroich zitiert.

Bereits eingeleitet hat der DFB-Kontrollausschuss Ermittlungen gegen beide Vereine. Darüber hinaus ermittelt das Gremium auch gegen die vier Hertha-Spieler Lewan Kobiaschwili, Thomas Kraft, Christian Lell und Andre Mijatovic. Kobiaschwili wird vorgeworfen, Schiedsrichter Wolfgang Stark nach Spielschluss in den Nacken geschlagen zu haben. Seine drei Teamkollegen sollen den Referee nach dem Abpfiff beleidigt haben. Auch gegen einen Fortunen wird ermittelt: Andreas Lambertz soll nach Abpfiff im Innenraum ein Bengalisches Feuer gehalten haben.

Anhänger der Fortuna hatten am Dienstagabend vor dem Ablauf der Nachspielzeit den Platz gestürmt. Nach einer 20-minütigen Unterbrechung ließ Schiedsrichter Wolfgang Stark noch einmal für rund zwei Minuten spielen.

"Einziger Zweck der Wiedereröffnung dieses Spiels war, eine weitere Eskalation zu verhindern. Es war Polizeitaktik, das Spiel unbedingt zu Ende zu führen, um weitere Ausschreitungen zu vermeiden", sagte Hertha-Anwalt Christoph Schickhardt anschließend zur Begründung. Die Erfolgschancen des Protests bezeichnete er als "absolut groß. In der DFB-Satzung steht eindeutig, dass ein Spiel unter diesen Umständen nicht gewertet, sondern wiederholt wird."

pad/luk/dpa/sid



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