Hertha BSC Neuer Trainer, alte Probleme

Verpatzter Einstand: Für Michael Skibbe setzte es in seinem ersten Spiel als Trainer von Hertha BSC direkt eine Niederlage. Durch das siebte sieglose Spiel in Folge rutscht der Hauptstadtclub gefährlich nahe an die Abstiegsränge - Besserung scheint nicht in Sicht.

Hertha-Trainer Skibbe: Auftaktniederlage in Nürnberg
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Hertha-Trainer Skibbe: Auftaktniederlage in Nürnberg


Hamburg - Mit gesenktem Kopf trottete Michael Skibbe nach dem Spiel gegen Nürnberg in Richtung Kabine. Seinen Einstand als neuer Hertha-Coach hatte sich der 46-Jährige sicher anders vorgestellt. Treffer von Alexander Esswein (43. Minute) und Dominic Maroh (85.) hatten zuvor die Berliner 0:2 (0:1)-Niederlage beim Club besiegelt. Durch das siebte sieglose Spiel in Serie rutschen die Berliner gefährlich nahe an die Abstiegsränge. Nach dem 18. Spieltag trennen den Hauptstadtclub nur noch drei Punkte von Relegationsplatz 16.

"Ich bin sehr traurig. Das war eine ganz enge Begegnung mit dem glücklicheren Ende beim FCN. Hoffentlich können wir die Scharte gegen den HSV auswetzen", sagte Skibbe mit Blick auf das Heimspiel am kommenden Samstag gegen den Hamburger SV (15.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE).

Dass die Berliner längst im Abstiegskampf angekommen sind, wollte der Nachfolger von Markus Babbel nach der Enttäuschung beim Club, der in der Tabelle an den Berlinern vorbeiziehen konnte, auch gar nicht leugnen. "Jeder weiß dies. Dadurch, dass die anderen Vereine gepunktet haben, müssen wir jetzt nachlegen", sagte Skibbe.

Raffael im Mittelfeld nicht zu ersetzen

Bei seinem Amtsantritt Ende Dezember klangen die Ambitionen noch deutlich positiver. Der Club gehöre "ins vordere Drittel der Tabelle", so der Coach damals. Er freue sich darauf, die positive Entwicklung der Hertha weiterzutreiben. Eine Entwicklung, die in Nürnberg nur schwer erkennbar war.

Warum es auch beim Club nicht klappte, lag für Ersatzkapitän Christian Lell auf der Hand: "Uns haben der letzte Biss und der letzte Wille gefehlt." Peter Niemeyer ergänzte: "Nach vorne wurde es bei uns immer dünner. Wir haben uns viel vorgenommen, konnten dies aber nicht umsetzen."

Skibbes Fazit nach der Partie viel deutlich positiver aus: "Wir haben das Spiel besonders in der ersten Hälfte sehr gut kontrolliert, haben sauber kombiniert und defensiv - außer bei Standards - keine Probleme gehabt." Worte, die das Spielgeschehen in Nürnberg aber nur ansatzweise wiedergeben. Im Mittelfeld der Herthaner klaffte ohne den nach einer Roten Karte noch gesperrten Brasilianer Raffael ein kreatives Loch. Ronny, Raffaels ein Jahr jüngerer Bruder, ging völlig unter: Nach 22 Ballkontakten, sechs gelungenen Zuspielen und sechs Fehlpässen war der vierte Saisoneinsatz des 25-Jährigen schon zur Pause beendet.

"Es hat sich nicht viel geändert bei uns"

Da auch seine Wechsel mit den Offensivkräften Änis Ben-Hatira, Marco Djuricin und Tunay Torun nicht den erwünschten Effekt brachten, muss Skibbe in den nun folgenden Heimspielen gegen Hamburger und Hannover 96 eine neue Kreativlösung finden. Raffael wird auch in diesen beiden so wichtigen Partien noch fehlen.

"Wir müssen aufpassen, dass wir nicht noch weiter reinrutschen. Wir wissen, dass wir hart arbeiten müssen, um unser Ziel zu erreichen. Es gilt jetzt, mal wieder zu siegen", sagte Niemeyer. Auch Lell forderte, "dass wir jetzt in die Puschen kommen und eine Reaktion zeigen müssen". Den im Winter vollzogenen Wechsel auf der Trainerposition und damit verbundene mögliche Anpassungsprobleme wollten beide Profis aber nicht als Grund für die Niederlage gelten lassen. "Es hat sich ja nicht viel geändert bei uns", sagte Lell.

mib/dpa/sid

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