Herthas Sieg gegen Köln So gewinnen Spitzenmannschaften

Zwei jubelnde Torjäger, ein messiesker Japaner und eine turbulente Schlussphase - das Spitzenspiel zwischen Hertha BSC und dem 1. FC Köln hatte viele Höhepunkte. Und mit einem homophoben Banner einen Tiefpunkt.

Berlins Spieler feiern den Sieg ganz entspannt
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Berlins Spieler feiern den Sieg ganz entspannt

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Ausgangslage: Duell der Bayern-Jäger. Spitzenspiel. So wurde die Partie zwischen dem Tabellenfünften Hertha BSC und dem Zweiten 1. FC Köln im Vorfeld angepriesen. Der FC hätte sich mit einem Sieg in Berlin sogar kurzzeitig an die Spitze der Bundesliga setzen können. Die Spielweisen der beiden Mannschaften ähneln sich, sowohl Herthas Trainer Pál Dárdai als auch Kölns Peter Stöger setzen auf eine kompakte Defensive mit schnellem Umschaltspiel. Viele Experten tippten im Vorfeld auf ein torloses Remis.

Startaufstellungen
Hertha BSC: Jarstein - Weiser, Langkamp, Brooks, Plattenhardt - Skjelbred, Stark - Esswein, Kalou, Haraguchi - Ibisevic.
1. FC Köln: Horn - Sörensen, Mavraj, Heintz, Hector - Risse, Lehmann, Höger, Rausch - Osako, Modeste.

Das Ergebnis: Berlin siegte 2:1 und löste den FC als Tabellenzweiten ab.

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Bundesliga: Tore en masse

Erste Hälfte: 20 Minuten lang taten beide Mannschaften alles für das Prädikat Spitzenspiel: Gelungene Kombinationen, gute Torchancen, viel Tempo, Taktik auf hohem Niveau. Die Berliner waren dabei etwas zielstrebiger und gingen durch das Tor von Vedad Ibisevic in Führung (13. Minute). Mitchell Weiser hatte den Ball mit der Hilfe seiner Hand erobert, der Ex-Kölner marschierte die rechte Seite entlang, passte flach in den Strafraum und dort schloss Ibisevic sofort ins lange Eck ab. Der Rest des ersten Durchgangs erinnerte dann eher an das Niveau früherer Duelle, als Top-Spiele ohne Hertha- und FC-Beteiligung ausgetragen wurden.

Genki Haraguchi (l.)
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Genki Haraguchi (l.)

Trick des Tages: Die Belohnung in Form eines Tors blieb aus, aber wenn Lionel Messi seinen Gegenspieler so blamiert hätte, wie Genki Haraguchi den Kölner Frederik Sörensen in der 17. Minute, wäre die Szene wohl um die Welt gegangen. Mit dem Zidane-Trick narrte der Japaner den Dänen auf der Torauslinie, spielte ihm dann den Ball durch die Beine und ging mühelos vorbei. Der Rückpass landete bei Salomon Kalou, dessen Schuss hielt Kölns Torwart Timo Horn fest.

Zweite Hälfte: Unter der Woche war Horn in Köln das bestimmende Thema, dem Keeper soll ein Angebot von Borussia Dortmund vorliegen. Mit exzellenten Paraden gegen Marvin Plattenhardt (49.) und John-Anthony Brooks (71.) hielt Horn den FC lange im Spiel - nach dem Ausgleich durch Anthony Modeste (65.) sah es kurzzeitig sogar nach einem Punktgewinn für die Gäste aus. Beim Siegtreffer von Niklas Stark (74.) war Horn dann doch machtlos. In der Schlussphase hatten die Berliner zweimal Glück, als der eingewechselte Simon Zoller den Pfosten traf und Jarstein die anschließende Flanke von Marcel Risse ebenfalls ans Aluminium lenkte (87.). Ein Treffer von Artjoms Rudnevs in der Nachspielzeit wurde wegen eines Foulspiels nicht gegeben - eine harte, aber vertretbare Entscheidung.

Duell der Torjäger: Modeste verlor mit dem FC das Spiel, verteidigte aber immerhin seine Führung in der Torjägerliste. Der Franzose erzielte seinen achten Treffer, für Ibisevic war es Tor Nummer sechs. Und auch sonst ging es zwischen den beiden ausgeglichen zu. Der Berliner war etwas mehr ins Spiel eingebunden und rieb sich in vielen Zweikämpfen (27) auf. Modeste schoss einmal mehr auf das Tor (3) und bereitete zwei Torschüsse vor.

Skandal des Spiels: In der Hertha-Fankurve wurde ein homophobes Banner hochgehalten, das hoffentlich noch Gegenstand einer Untersuchung durch den DFB sein wird.

Erkenntnis des Spiels: Auch wenn die Gastgeber am Ende Glück hatten, waren sie über die gesamte Spielzeit das etwas bessere Team.



insgesamt 13 Beiträge
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Crom 22.10.2016
1.
Spitzenmannschaften gewinnen also glücklich und mit dem Schiri auf ihrer Seite oder wie soll man das verstehen?
JKStiller 22.10.2016
2. Tolles Spitzenspiel
zweier engagierter Mannschaften, die jetzt schon die nötigen Punkte für den Klassenerhalt sammeln, damit sie sich ab dem 28. Spieltag im Mittelfeld beruhigt schlafen legen können, falls sie nicht durch die plötzliche Chance auf einen EL-Platz aus ihrem zu erwartenden Sommergekicke aufgeweckt werden. Zum Banner der so genannten Hertha-Fans: Wieso können die so was überhaupt mit ins Stadion bringen (reinschmuggeln) ? Demnächst alle in Unterwäsche.
eurusiii 22.10.2016
3. Wieso mit der Hilfe des Schieris?
Dem 2:2 ging ein klares Foul durch einen Kölner voraus. Auch wenn ein Unentschieden sicherlich leistungsgerecht gewesen wäre. Alles in allem aber ein gutes und schnelles Spiel beider Teams.
Warumauchnicht 22.10.2016
4. crom - nicht weinen
Köln war heute nicht besser und fand bis z 1:1 fast nicht statt. Glück hatte Hertha bei den Lattentreffern. Das 2:2 war klar irregulär - einfach mal die TV Bilder ansehen. Gutes Spiel - Köln wird seinen Weg machen.
kopi4 22.10.2016
5.
Wenn die Selbsternannten Spitzenklubs Leverkusen,Schalke und Wolfsburg so spielen wie sie spielen springen eben Hertha,Köln, Hoffenheim ein. Am Ende wird für einen Platz 7 dabei rausspringen und damit verbunden das Ausscheiden in der Qualifikation zur Euroleague.
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