Hertha - Freiburg 0-0 Golz, Retter der Freiburger

Die Berliner Hertha hat ihrem Trainer Jürgen Röber nicht das passende Jubiläums-Geschenk gemacht. Im Heimspiel gegen den Abstiegskandidaten SC Freiburg kam die Champions-League-Kandidaten über ein 0:0 nicht hinaus und verpasste damit den von Röber in seinem 100. Bundesliga-Spiel als Hertha-Coach geforderten Sieg.


Herthas Ali Daei (l.) und Freiburgs Stefan Müller beim Kopfballduell
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Herthas Ali Daei (l.) und Freiburgs Stefan Müller beim Kopfballduell

Berlin - Die Champions-League-Träume von Hertha BSC Berlin haben erneut einen Dämpfer erhalten. Der Tabellenvierte kam zu Hause nicht über ein 0:0 gegen den SC Freiburg hinaus, der am drittletzten Spieltag der Fußball-Bundesliga einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung Klassenerhalt machte. Die Berliner schafften es dagegen trotz drückender Überlegenheit nicht, den fünften Sieg aus den letzten sechs Spielen zu landen. Vor 45.128 Zuschauern im Olympiastadion verschlief Hertha BSC im 100. Bundesliga-Spiel seit dem Wiederaufstieg 1997 die erste halbe Stunde und hatte Glück, nicht sogar in Rückstand zu geraten. Alexander Iaschwili tauchte nach einem schnell ausgeführten Freistoß frei im Berliner Strafraum auf, scheiterte aber mit einem Flachschuss an Torhüter Gabor Kiraly (14.). Glück hatten die Hausherren, als Andreas Neuendorf nach einem Kopfball von Adel Sellimi auf der Torlinie rettete (31.).

Erst danach kam mehr Druck ins Berliner Spiel. Ursache war vor allem eine taktische Änderung von Trainer Jürgen Röber, der die Nationalspieler Michael Preetz, Dariusz Wosz und Marko Rehmer nur zwei Tage nach dem 1:1 gegen die Schweiz von Anfang an aufgeboten hatte, dafür aber auf den Brasilianer Alex Alves wegen einer Zerrung verzichten musste. Röber zog Rehmer in die Abwehr zurück und beorderte dafür Sebastian Deisler, der erstmals seit seiner Leistenoperation wieder in der Startformation stand, auf die rechte Außenbahn. Fortan belebte Deisler das Flügelspiel.

Schon vor der Pause hätte allein Ali Daei die Hertha viermal in Führung bringen können. Einmal scheiterte der Iraner per Kopf an der Torlatte, direkt danach rettete Levan Kobiaschwili auf der Torlinie (37.). Dann scheiterte Daei an Freiburgs überragendem Schlussmann Richard Golz (37./38./43.), der dabei einmal noch auf die Hilfe von Kobiaschwili angewiesen war (38.).

In seiner Geburtsstadt brachte Golz die Berliner auch nach der Pause zur Verzweiflung und klärte in der 63. Minute binnen weniger Sekunden erst gegen den völlig freistehenden Preetz und beim anschließenden Eckball bei einem wuchtigen Kopfball von Abwehrspieler Eyjölfur Sverrisson. Fünf Minuten später köpfte Preetz nur hauchdünn am Tor vorbei. Freiburg, das die bisherigen drei Bundesliga-Spiele gegen die Hauptstädter verloren und dabei nicht einmal ein Tor erzielt hatte, ließ das ansehnliche Konterspiel der ersten Halbzeit in den zweiten 45 Minuten fast vollkommen vermissen. Einzige Ausnahme war ein schöner Angriff, den Sellimi mit einem Kopfball abschloss, Kiraly parierte jedoch erneut vorzüglich (53.).

Auffälligste Akteure bei den Hausherren waren Deisler, Daei und Kiraly, während vor allem Preetz und Wosz nicht an ihre gewohnte Leistung anknüpfen konnten und wie im Länderspiel eher unauffällig agierten. Herausragender Akteur bei Freiburg war Golz, daneben überzeugte Zoubaier Baya vor allem auf Grund einer sehr starken ersten Hälfte.



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