Herzversagen Ex-Trainer Entenmann ist tot

Der frühere Bundesliga-Trainer und -Spieler Willi Entenmann ist im Alter von 68 Jahren in einer Klinik in Garmisch-Partenkirchen verstorben. Zuvor hatte er beim Langlauf vermutlich einen Herzinfarkt erlitten. Entenmann war in fast 600 Partien als Spieler oder Trainer beim VfB Stuttgart aktiv.

Ehemaliger Trainer Entenmann (Archivbild): Fast 600 Begegnungen beim VfB Stuttgart
dapd

Ehemaliger Trainer Entenmann (Archivbild): Fast 600 Begegnungen beim VfB Stuttgart


Hamburg - Trauer um den früheren Bundesliga-Spieler und -Trainer Willi Entenmann: Der 68-Jährige starb in einem Krankenhaus in Garmisch-Partenkirchen. Entenmann war beim Langlaufen in Österreich zusammengebrochen. Mit dem Helikopter wurde er in die Klinik nach Deutschland geflogen. Dort konnten ihm die Ärzte nicht mehr helfen.

Die österreichische Polizei teilte am Abend mit, dass ein 68 Jahre alter Mann aus Deutschland zusammen mit seinem Sohn einen Tagesausflug im Tannheimer Tal unternommen habe. Gegen Mittag - als er getrennt von seinem Sohn unterwegs war - brach er demnach auf der Loipe zusammen. Nachfolgende Langläufer setzten einen Notruf ab und begannen sofort mit Wiederbelebungsmaßnahmen. Rettungskräfte konnten den Patienten dann zunächst reanimieren, wie die Polizei mitteilte. Gegen 14.30 Uhr sei der Patient jedoch im Krankenhaus an Herzversagen gestorben.

Entenmann war in fast 600 Begegnungen als Spieler oder Trainer beim VfB Stuttgart aktiv. 1963 wechselte er vom TSV Benningen am Neckar zum VfB, wo auch sein Bruder Rudi spielte. Beim VfB brachte er es auf 237 Bundesliga- sowie acht Zweitligaspiele. "Der VfB Stuttgart trauert um einen untadeligen Sportsmann und um einen verdienten Spieler und Trainer des Vereins", schrieb der VfB auf seiner Internetseite. "Was dauerhaft bleibt: Willi Entenmann hat in Jahrzehnten auf sportlichem Feld das Ansehen des VfB Stuttgart seinem Naturell gemäß mit akribischer Arbeit gemehrt, dort, wo er jeweils stand."

Karriere in der Nationalmannschaft blieb ihm versagt

1976 wechselte er zur TSG Backnang, wo er zwei Jahre später auch seine Spielerkarriere beendete. Eine Karriere in der Nationalmannschaft war ihm versagt geblieben. 1970 war Entenmann dicht dran an einer Nominierung für die Weltmeisterschaft in Mexiko. Doch Bundestrainer Helmut Schön entschied sich gegen ihn. "Ich hatte eine Perspektive für die WM in Mexiko. Diese Enttäuschung fesselte mich brutal, bei mir flossen die Tränen", erinnerte sich Entenmann später.

In seiner Zeit als Trainer war Entenmann von 1982 bis 1990 beim VfB Stuttgart als Amateur-, Assistenz- und Cheftrainer tätig. Anschließend coachte er den 1. FC Nürnberg (1991 bis 1993 und von 1996 bis 1997), erneut die Amateure des VfB Stuttgart (1994 bis 1996), die SpVgg Unterhaching (1997 bis 1998), zweimal den SV Sandhausen (1999/00 und 2002), den VfR Aalen (2000/01) und den SGV Freiberg (2003 bis 2004).

Kurios war vor allem seine Entlassung beim 1. FC Nürnberg im Jahr 1993. Zwei Tage nach einem 2:0 gegen den FC Bayern München musste Entenmann seinen Posten räumen. Bereits vor dem Anpfiff der Partie hatte er von einem Journalisten erfahren, dass er gehen müsse. Der damalige Club-Präsident Gerhard Voack hatte die Entscheidung zur Entlassung angeblich am 50. Geburtstag Entenmanns getroffen, wollte diesen aber nicht an dessen Ehrentag feuern. Zwei Tage später musste Entenmann dann trotz großer Fanproteste gehen.

Nach seiner Entlassung beim Oberligisten SGV Freiberg im Jahr 2004 beendete Entenmann endgültig sein Engagement als Trainer und schlug mit Rücksicht auf seine Familie Angebote aus Georgien oder Dubai aus.

jar/dapd/dpa



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