Hillsborough-Tragödie Todesursache der 96 Opfer soll neu untersucht werden

Die Aufarbeitung der Tragödie von Hillsborough schreitet voran: Der britische Generalstaatsanwalt hat nun gefordert, die ursprünglichen Urteile zum Tod der 96 Opfer neu zu untersuchen. Zuletzt waren bereits schwere Fehler in den damaligen Berichten aufgedeckt worden.

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Hamburg - 96 Fußball-Fans waren am 15. April 1989 im Sheffielder Hillsborough-Stadion ums Leben gekommen. Die Todesursache lautete nach den damaligen Untersuchungen jeweils "Tod durch Unfall". Doch das könnte nun, mehr als 23 Jahre nach der Tragödie, revidiert werden.

Der britische Generalstaatsanwalt Dominic Grieve kündigte im Parlament an, er wolle sich an den Obersten Gerichtshof wenden, um die ursprünglichen Urteile aufheben zu lassen.

Grieve kündigte den Schritt in einer Antwort auf einen Untersuchungsbericht zum Fußball-Unglück vom September an. Der Bericht hatte schwere Fehler bei den Polizei- und Rettungskräften sowie falsche Schuldzuweisungen im Anschluss an das Unglück festgestellt.

Wenn die Einsatzkräfte schneller gehandelt hätten, hätten mindestens 41 der Opfer überleben können. Die Staatsanwaltschaft hatte deshalb vor wenigen Tagen Ermittlungen gegen die Polizei wegen fahrlässiger Tötung aufgenommen.

Bei einer Panik beim Pokalspiel zwischen dem FC Liverpool und Nottingham Forest im Hillsborough-Stadion von Sheffield waren im April 1989 96 Fußballfans ums Leben gekommen und Hunderte verletzt worden.

luk/dpa



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