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17. Mai 2004, 13:43 Uhr

Historische Pleite

"Trümmerhaufen Real Madrid"

Noch nie hatte Real Madrid viermal nacheinander verloren. Mit der Niederlage beim Tabellenletzten Murcia machte Spaniens Rekordmeister den unrühmlichen Rekord perfekt. Nun droht den "Galaktischen" im August die Champions-League-Qualifikation. Ihre einträgliche Tournee durch Asien und die USA müsste dann ausfallen.

Höhnischer Applaus: Wenig später war für Beckham das Spiel vorbei
REUTERS

Höhnischer Applaus: Wenig später war für Beckham das Spiel vorbei

Madrid - Auf Spanisch war von David Beckham in seinem ersten Jahr bei Real Madrid noch nicht viel zu hören. Im vorletzten Saisonspiel bei Real Murcia wählte der englische Superstar dann aber wohl die falschen Vokabeln. Im Schiedsrichterbericht heißt es, Beckham habe den Schiedsrichterassistenten als "hijo de puta" ("Hurensohn") beleidigt. Was Beckham in seiner Wut sonst noch alles gerufen hatte, hatte der Referee gar nicht mitbekommen. "Vermutlich war es Englisch", notierte er.

Beckhams Platzverweis bedeutete für die Madrilenen am Sonntagabend in Murcia den Anfang vom Ende. Die "Galaktischen" verloren mit 1:2 (0:2) beim Tabellenletzten, der seit Wochen als Absteiger feststeht. Es war ihre vierte Punktspielniederlage nacheinander. Eine solche Serie hatte es in der 102-jährigen Clubgeschichte noch nicht gegeben. Real fiel einen Spieltag vor Saisonschluss auf den dritten Platz der Primera División zurück. Damit müssen die Madrilenen wahrscheinlich im August die Qualifikation für die Champions League bestreiten und ihre geplante Welttournee durch Asien und die USA absagen.

 Von wegen Nummer eins: Luis Figo und Real Madrid am Boden
AFP

Von wegen Nummer eins: Luis Figo und Real Madrid am Boden

"Vom ruhmreichen Real blieb nur ein Trümmerhaufen", konstatierte das Sportblatt "Marca" am Montag. "Beckhams Verhalten schreit zum Himmel. Wenn der Kapitän der englischen Nationalelf fußballerisch schon nichts mehr zu bieten hat, sollte er wenigstens auf sein Image achten." Die Zeitung "El País" mutmaßt, dass die Partie in Murcia als Beckhams letztes Spiel im Real-Trikot in die Annalen eingehen könnte.

Der "Untergang des weißen Imperiums" ("Sport") versetzte Reals Clubführung in Ratlosigkeit. "Ich habe für all das keine Erklärung", gestand Manager Jorge Valdano ein. "Wir können uns bei den Fans nur entschuldigen." Als Nachfolger von Trainer Carlos Queiroz, der keinen Titel gewinnen konnte, wird José Antonio Camacho gehandelt. "Das Gute an der Real-Krise ist, dass der neue Coach nicht mehr nach seinen Schlipsknoten ausgesucht wird", höhnte das Sportblatt "As". Der Ex-Nationaltrainer gewann in Portugal mit Benfica Lissabon das Pokalfinale 2:1 gegen den FC Porto. Benfica holte damit erstmals seit acht Jahren wieder einen Titel. Für den neuen Meister FC Porto, der am 26. Mai in Gelsenkirchen im Finale der Champions League auf den AS Monaco trifft, ist der Traum vom "Triple" ausgeträumt. Für Real Madrid wären das Luxussorgen.

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