Hitzfeld-Debatte Beckenbauer kritisiert Rummenigge

Beim FC Bayern läuft derzeit nicht nur auf dem Spielfeld wenig rund. Auch in der Führungsetage gibt es Probleme. Aufsichtsratschef Franz Beckenbauer ist im Gegensatz zum AG-Vorsitzenden Karl-Heinz Rummenigge noch immer von Trainer Ottmar Hitzfeld überzeugt. Der Meistercoach solle weiter in München arbeiten, fordert Beckenbauer.


Rummenigge, Beckenbauer: Derzeit wenig Anlass für Frohsinn
AFP

Rummenigge, Beckenbauer: Derzeit wenig Anlass für Frohsinn

München - "Von mir aus kann er bis 2020 bleiben. Ich denke, man wird jetzt mal die nächsten Wochen abwarten und schauen, wie die Saison zu Ende geht. Und dann wird man analysieren, wie man das jedes Jahr macht", sagte Beckenbauer im DSF. Mit Blick auf Rummenigge, der Hitzfeld zuletzt öffentlich in Frage gestellt hatte, kritisierte Beckenbauer: "Sicherlich ist es manchmal natürlich vernünftiger, sich nicht über jedes Thema zu äußern. Jede Äußerung bringt wieder Spekulation mit sich, und das trägt sicherlich nicht zur Beruhigung bei."

Rummenigge hatte vergangenes Wochenende Hitzfeld in einem Interview mit der "Frankfurter Rundschau" attackiert. "Es ist keine einfache Entscheidung für uns, das gebe ich zu. Wir verbinden mit ihm große Erfolge. Auf der anderen Seite ist der Status quo nicht befriedigend", sagte Rummenigge, "egal was passiert, er bleibt der erfolgreichste Trainer in der Geschichte des FC Bayern. Wir werden ihn stets als persona grata behandeln."

Hitzfeld, der seit fast sechs Jahren bei den Bayern ist, hatte Rummenigges Äußerungen unkommentiert gelassen. Der Vertrag des 55-Jährigen läuft noch bis zum 30. Juni 2005. Hitzfeld würde gern beim deutschen Fußball-Rekordmeister verlängern. Die Münchner werden diese Spielzeit jedoch vermutlich ohne Titel beenden. In DFB-Pokal und Champions League sind sie ausgeschieden, der Rückstand auf Bundesliga-Spitzenreiter Werder Bremen beträgt acht Spieltage vor Saisonende neun Punkte.



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