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31. Januar 2013, 14:12 Uhr

Hoffenheim-Krise

Wiese wird zum eigenen Schutz degradiert

Torwart-Chaos in Hoffenheim: Tim Wiese bekommt einen neuen Konkurrenten vorgesetzt - mit der Begründung, den ehemaligen Nationaltorhüter dadurch zu schützen. Nach Ansicht von Manager Müller steht Wiese derzeit unter zu großem Druck. Deshalb hat man ihn vorläufig aus dem Kader genommen.

Hamburg - Eine solche Begründung für einen Transfer gibt es auch nicht häufig: Die TSG 1899 Hoffenheim will eine neue Nummer eins verpflichten - um Ex-Nationalkeeper Tim Wiese zu schützen. Der brasilianische Torhüter Heurelho Gomes von Tottenham Hotspur wechselt nach Informationen von "Skysports" in England nach Hoffenheim und soll dort zunächst neuer Stammtorwart werden. Wiese dagegen wird erst einmal aus dem Spielbetrieb genommen.

"Tim ist in der jetzigen Situation chancenlos. Egal, was er macht, er hat keine Möglichkeit, vernünftig bewertet zu werden", sagte Manager Andreas Müller in einer Pressekonferenz des Bundesliga-17. am Donnerstag. "Mit dem Druck, in dem er in jedes Spiel geht, um fehlerfrei zu sein, das ist unmenschlich. Das kann er nicht leisten. Deshalb müssen wir nach unserer Verantwortung handeln." Allerdings wolle der Club Wiese in keinem Fall abgeben. "Wir erwarten, dass er mit voller Kraft zurückkommt", sagte Müller.

Müller wollte keine Namen bestätigen, sagte aber: "Wir sehen uns nach einer Alternative um." Der oft kritisierte Wiese, so Trainer Marco Kurz, werde am Samstag gegen den SC Freiburg (15.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) jedenfalls nicht spielen, er habe ihn auch aus dem Trainingsbetrieb genommen.

Der 31-jährige Gomes, zuletzt nur Ersatztorwart in der Premier League, soll bis zum Saisonende ausgeliehen werden. "Skysports" beruft sich dabei auf Angaben vom Gomes' Berater Alex Suarez. Bei Hotspur hat er noch einen Vertrag bis zum 30. Juni 2014.

Wiese, der schon von Kurz' Vorgänger Markus Babbel wegen schwacher Leistungen vom Kapitän zum Reservisten degradiert worden war, hatte beim 1:2 bei Eintracht Frankfurt am vergangenen Wochenende nicht den besten Eindruck hinterlassen. Kurz hatte ihm dennoch den Rücken gestärkt. "Die Wahrnehmung von Tim Wiese ist für mich relativ unglaublich. Ich kann da nur den Kopf schütteln", hatte Kurz nach dem Spiel gesagt.

aha/dpa/sid

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