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Holger Badstuber: Rückschlag für den Kämpfer

Foto: Lennart Preiss/ Bongarts/Getty Images

Erneute Badstuber-Verletzung "So bitter"

Kreuzbandrisse, kaputte Sehnen und nun ein Muskelriss: Holger Badstuber bleibt der Pechvogel des deutschen Fußballs. Nach der erneuten Verletzung des Bayern-Verteidigers reagierte der Verein schockiert, Joachim Löw macht dem Spieler Mut.

Holger Badstuber genießt es, wieder Fußball spielen zu können, das konnte man ihm in den vergangenen Wochen ansehen, in der Liga, in der Champions League und auch in der Nationalmannschaft. Leider muss man sagen: Er genoss es, Vergangenheitsform. Der 26-Jährige hat sich schwer verletzt, mal wieder. Diesmal fällt er drei bis vier Monate lang aus.

Am Dienstag war Badstuber bei der 6:1-Gala des FC Bayern gegen den FC Porto noch obenauf, spielte durch, wirkte fit. Am Donnerstag erhielt der Pechvogel die niederschmetternde Nachricht: Muskelriss im linken Oberschenkel. Wenn die Münchner in die heiße Phase des Kampfs um drei Titel gehen, wird er zuschauen müssen - wie schon so oft in den vergangenen zweieinhalb Jahren.

"Ich bin momentan sehr enttäuscht", sagte der Innenverteidiger. "Ich bin aber trotz alledem positiv und werde völlig gesund zurückkehren. Ich weiß, dass beim FC Bayern alles für mich getan wird, um wieder als wichtiger Bestandteil der Mannschaft zurückzukehren."

Laut Verein, der seinen Tweet mit "So bitter!" einleitete, handelt es sich um eine "Rissverletzung im Bereich des vorderen Oberschenkelmuskels" im linken Bein. "Es tut uns so leid für Holger", sagte Klub-Boss Karl-Heinz Rummenigge.

In den vergangenen zweieinhalb Jahren ist Badstuber rund 24 Monate verletzt ausgefallen. Er hatte im Dezember 2012 einen Kreuzbandriss erlitten, während des Heilungsverlaufs gab es einen erneuten Riss.

Badstuber fehlte somit bis August 2014 und verpasste inklusive einer weiteren Pause wegen eines Sehnenrisses (September 2014 bis Januar 2015) fast 150 Pflichtspiele der Bayern. Sein Comeback in der Nationalmannschaft feierte er nach rund zweieinhalb Jahren Pause am 25. März dieses Jahres beim 2:2 gegen Australien.

Löw: "Holger weiß den gesamten DFB hinter sich"

Dass Badstuber sich nun erneut verletzte, bezeichnete Joachim Löw auf der Homepage des DFB als "sehr tragisch". Ihm tue es "so leid für ihn, zumal Holger gerade wieder auf einem sehr guten Weg war", sagte der Bundestrainer. Badstuber habe zuletzt einen "unglaublich positiven und optimistischen Eindruck hinterlassen."

Löw glaubt, dass der Spieler das erneute Comeback schaffen kann: "Holger hat ein großes Kämpferherz und eine unglaubliche Moral. Beim FC Bayern wird er bestens betreut, er weiß die Nationalmannschaft und den gesamten DFB hinter sich."

Zuletzt spielte Badstuber trotz der langen Pausen gewohnt souverän. Bayern-Trainer Josep Guardiola adelte ihn im Training vor einiger Zeit sogar als "besten Spieler, den ich jemals trainiert habe".

Badstuber, der Geplagte, hatte noch vor Kurzem betont, mit der schwierigen Zeit abschließen zu wollen. "Zukunft! Darüber rede ich!", sagte er in einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" auf die Frage nach seinen Verletzungen. Er verspüre "zusätzlichen Hunger", da seine Kollegen seit Mitte 2012 so viel gewonnen haben.

Auch für die Bayern ist die erneute Verletzung ein herber Rückschlag. Badstuber und Jérôme Boateng bilden eines der besten Innenverteidiger-Duos der Welt, wenn der Brasilianer Dante spielte, sah das ganz anders aus. Medhi Benatia ist verletzt, Javi Martínez noch nicht wieder fit.

luk/sid