Krawalle von Dynamo-Hooligans Dresden sperrt Fans von Auswärtsspielen aus

Dynamo Dresden bestraft seine krawallbereiten Fans mit einem Ausschluss von den kommenden drei Auswärtsspielen. Die Sanktion ist Bestandteil eines Vierpunkte-Plans, den der Club auf einer Krisensitzung beschlossen hat. Zudem soll künftig enger mit den Fans zusammengearbeitet werden.
Dresdner Hooligans: Regelmäßige Ausschreitungen

Dresdner Hooligans: Regelmäßige Ausschreitungen

Foto: Peter Steffen/ dpa

Hamburg - Dynamo Dresden reagiert auf die Krawalle seiner Fans in Kaiserslautern: Der Fußball-Zweitligist sperrt seine Anhänger für drei Auswärtsspiele aus. Dabei handelt es sich um die Partien bei Erzgebirge Aue, Eintracht Braunschweig und Union Berlin.

Sollte der gleichzeitig geführte Dialog mit den Fans erfolgreich sein, wolle man die Strafe für das Union-Spiel überdenken, da die Partie in die Feierlichkeiten zum 60. Geburtstag des Clubs fällt, teilte der Verein nach einer internen Krisensitzung mit.

Der Fan-Ausschluss ist Teil eines Vierpunkte-Plans, den die Vereinsspitze am Mittwochmorgen beschlossen hat. Der sieht neben dem eingeschränkten Ticketverkauf eine harte Bestrafung all jener Straftäter vor, die ermittelt werden können. "Diese Leute haben das Recht verwirkt, je wieder ein Fußballspiel sehen zu dürfen", sagte Dynamo-Geschäftsführer Christian Müller SPIEGEL ONLINE. Zum Zweiten soll die Fanbetreuung deutlich aufgestockt werden und parallel dazu mit den Anhängern ein Verhaltenskodex erarbeitet werden.

Diese Maßnahmen sollen dafür sorgen, dass "Dynamo mal wieder ein gerngesehener Gast in anderen Stadien sein kann", sagte Müller. Auch deshalb solle der Einspruch gegen den Ausschluss im Pokal erhalten bleiben.

Dynamo am "Scheideweg"

Im Dresdner Zuschauerblock war unmittelbar vor Spielbeginn beim 1. FCK und während der zweiten Halbzeit mehrfach Pyrotechnik gezündet worden. Zudem hatte die Polizei einschreiten müssen, als eine Gruppe Dynamo-Anhänger den Nachbarblock stürmen wollte. Auch außerhalb des Stadions war es zu heftigen Ausschreitungen gekommen: Dynamo-Hooligans stoppten und beschädigten Shuttle-Busse und warfen Fensterscheiben ein. Ein Businsasse erlitt Schnittwunden durch herumfliegende Splitter, eine Frau einen Schock. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hatte bereits am Wochenende Ermittlungen aufgenommen.

Dynamo Dresden steht wegen seiner gewalttätigen Anhänger schon länger stark unter Druck. Gegen den Verein ist noch ein anderes Verfahren beim DFB anhängig. Wegen der Ausschreitungen beim Pokalspiel in Hannover hatte der Verband die Dresdner aus dem Pokalwettbewerb für die kommende Saison ausgeschlossen. Gegen dieses Urteil legte Dynamo Berufung ein.

"Wir stehen als Verein am Scheideweg und sehen uns aufgrund der abermaligen Ausschreitungen in Kaiserslautern in unserer Existenz bedroht", hatte Müller in einer Stellungnahme auf der Internetseite des Clubs gesagt: "Leute, die im Namen des Vereins für solche Ausschreitungen sorgen, sind keine Fans von Dynamo Dresden, es sind Kriminelle, die unseren Verein zerstören wollen."

ruf/psk/sid
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