Gewalt im Fußball Hooligans attackieren Duisburger Ultras

Ultras des MSV Duisburg sind nach dem Spiel ihres Clubs gegen Saarbrücken von Hooligans angegriffen worden, die zur rechten Gruppe "Division Duisburg" gehören sollen. Die Polizei schritt gewaltsam ein - auch die attackierten Ultras bekamen Knüppel zu spüren.

Hamburg - Hässliche Szenen nach dem Drittliga-Spiel zwischen dem MSV Duisburg und dem 1. FC Saarbrücken. Nach Angaben mehrerer Augenzeugen sollen Mitglieder der rechten Hooligan-Gruppierung "Division Duisburg" anti-faschistische MSV-Ultras der Gruppe "Kohorte" brutal attackiert haben. Das berichtet unter anderem das Nachrichtenportal derwesten.de. Demnach soll die Polizei mit Knüppeln und Pfeffersprayeingegriffen und die Schläger getrennt haben, mehrere Personen sollen dabei verletzt worden sein.

Angeblich haben die "Kohorte"-Ultras nach dem 3:3-Unentschieden beider Clubs das Stadion friedlich in Richtung des Parkplatzes vor dem Stadion verlassen, dem Sammelplatz der Gruppe vor und nach jedem Heimspiel. Auf diesem Weg wurden sie laut Augenzeugen von den "Division"-Mitgliedern überfallen. Auslöser soll nach Angaben der "Kohorte"  ein Spruchband gewesen sein, auf dem sie ihre Solidarität mit den "Ultras Braunschweig" (UB01) bekundet hatten. Die als antifaschistisch und antirassistisch bekannte Gruppe war vor einigen Tagen von Eintracht Braunschweig aus dem Stadion verbannt worden.

Ein Augenzeuge berichtet auf derwesten.de: "Etwa zehn Hools haben auf Mitglieder der 'Kohorte' eingeschlagen. Dann hat die Polizei die Gruppen getrennt und ist aggressiv gegen die Ultras vorgegangen."

Die Duisburger Polizei sagte auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE: "Die Duisburger Fans wollten sich in der Nachspielzeit gegenseitig an die Wäsche, da sind wir mit starken Kräften dagegen angegangen." Laut Polizei-Protokoll hätten sich die beiden Hooligan-Gruppierungen "Division Duisburg" und "Forever Duisburg" zusammen gegen die Ultras "gewendet".

"Mit dem defensiven Einsatz von Schlagstöcken wurden Platzverweise erwirkt, das war nichts Besonderes, es sieht nur etwas brutal aus", sagte der Polizei-Sprecher. Auf die Frage hin, ob man Unterschiede zwischen Angreifern und Angegriffenen gemacht habe, sagte er: "Alle wurden mit Schlagstöcken und Pfefferspray weggeschoben, das kann schon mal wehtun."

Es ist nicht das erste Mal, dass der MSV Probleme mit der "Division Duisburg" hat. Im Sommer 2012 hatte die Staatsanwaltschaft Halle Ermittlungen wegen Volksverhetzung gegen mehrere Personen aufgenommen, von denen einige der Gruppe angehören sollen. Sie hatten damals beim DFB-Pokalspiel in Halle antisemtische und rassistische Parolen angestimmt.

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Foto: SPIEGEL ONLINE
psk
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