Sofia Bulgarische Hooligans jagen israelische Fußballer vom Spielfeld

Ein Freundschaftsspiel zwischen ZSKA Sofia und dem FC Aschdod ist eskaliert: In der Nachspielzeit stürmten bulgarische Hooligans den Platz und machten Jagd auf israelische Spieler - diese mussten auf eine leere Tribüne flüchten.

Es lief die erste Minute der Nachspielzeit, als erneut ein Fußballer vom FC Aschdod seinen Gegenspieler von hinten umgrätschte. Der Schiedsrichter zögerte keine Sekunde und zeigte dem Spieler die rote Karte. Es war der dritte Platzverweis gegen einen Akteur des israelischen Zweitligisten in dem Freundschaftsspiel gegen Gastgeber ZSKA Sofia.

Doch diesmal eskalierte die Situation: Mehr als ein Dutzend ZSKA-Fans überkletterte die Absperrungen zum Spielfeld und stürmte auf den Platz. Die Hooligans jagten die israelischen Fußballer regelrecht vom Spielfeld. Ein Angreifer traf einen Spieler mit einer Flasche am Kopf.

Die Israelis rannten in Panik auf die leere Gegentribüne und brachten sich dort zunächst in Sicherheit. Weil die Stadiontore aber verschlossen waren, mussten sie später in den Innenraum zurückkehren, wo die Spieler erneut von den Angreifern bedroht wurden. Schließlich konnten sie sich in den Spielertunnel retten.

Das Spiel wurde beim Stand von 1:0 für Aschdod abgebrochen und nicht wieder angepfiffen. Polizisten eskortierten das israelische Team später aus dem Stadion.

Die bulgarische Webseite sportal.bg  berichtet, dass die harte Spielweise der Israelis den Platzsturm provoziert habe. Allerdings sind die Ultras von ZSKA-Sofia, die sich traditionell im Sektor G des Stadions versammeln, in der Vergangenheit mehrfach durch nationalistische, antisemitische und fremdenfeindliche Sprechchöre und Banner aufgefallen.

syd