Umstrittener Wechsel nach Leverkusen Calhanoglu attackiert HSV-Sportchef Kreuzer

Ex-HSV-Talent Hakan Calhanoglu sieht sich ungerecht behandelt. Er wirft Hamburgs Sportchef vor, die Fans getäuscht zu haben. Oliver Kreuzer selbst habe einen Wechsel ins Spiel gebracht.

Calhanoglu (Archivbild): "Ich habe kein schlechtes Gewissen"
Getty Images

Calhanoglu (Archivbild): "Ich habe kein schlechtes Gewissen"


SPIEGEL ONLINE Fußball
Hamburg - Der Streit zwischen Hakan Calhanoglu und seinem Ex-Verein Hamburger SV geht in die nächste Runde: In der "Sport Bild" wehrt sich der 20-Jährige nun gegen Vorwürfe, er habe einen Wechsel zu Bayer Leverkusen forciert: "Ich bin ohne Schuld in die Schusslinie geraten. Ich war immer geradlinig und ehrlich. Ich habe kein schlechtes Gewissen", sagte Calhanoglu.

HSV-Sportchef Oliver Kreuzer hatte Anfang der Woche Calhanoglus Vater die Schuld an dem Streit gegeben: "Das ist nicht der Junge und auch nicht der Berater - das ist der Vater. Er macht Druck, auch auf den Berater", sagte Kreuzer. "Das ist alles beschissen gelaufen."

Calhanoglu hatte erst im Februar seinen Vertrag in Hamburg bis 2018 verlängert. Weil der Mittelfeldspieler nach dem Saisonende immer wieder öffentlich auf einen Abschied gedrängt hatte, verschlechterte sich das Verhältnis zu den Fans massiv. Auf Facebook wurde Calhanoglu hart attackiert, schließlich wurde er von einer Heidelberger Psychologin für vier Wochen krankgeschrieben. Die Krankschreibung wurde am Montag aufgehoben. "Das ist für Hakans Image, aber auch für das der Ärzte nicht gut", sagte Kreuzer. "Wir sind davon ausgegangen, dass er wirklich gesundheitliche Probleme hatte."

Calhanoglu konterte nun und warf der HSV-Führung vor, die Fans über die Hintergründe seines Transfers zum Liga-Rivalen bewusst im Unklaren gelassen zu haben. Laut Calhanoglu stammte die Idee eines Wechsels von Kreuzer: "Er selbst ist im April auf meinen Berater zugegangen und meinte, dass sich der HSV einen Verkauf vorstellen kann."

"Den Ärger der Fans kann ich verstehen"

Schnell seien Angebote von zwei Top-Klubs aus der Bundesliga gekommen: "Mir war schnell klar, dass ich auf jeden Fall zu Bayer Leverkusen wechseln will." Der Vorstand des HSV habe "persönlich und vor Ort mit dem anderen Top-Klub verhandelt", sagte Calhanoglu: "So viel zum Thema: Hakan ist unverkäuflich. Das sind einfach Märchen."

Erst HSV-Geldgeber Klaus-Michael Kühne habe den Verhandlungen dann einen Riegel vorgeschoben: "Er versprach dem HSV viel Geld - aber nur, wenn ich nicht verkauft werde. Und plötzlich konnte sich Kreuzer an keine mündliche Zusage mehr erinnern."

Mit den HSV-Anhängern sei er wieder im Reinen, sagte Calhanoglu: "Es war immer ein gutes Gefühl, vor diesen Fans einzulaufen. Ihren Ärger kann ich verstehen, aber nicht ihre Wut. Ich kam für zwei Millionen, habe elf Tore geschossen und bin für 15 Millionen gegangen."

cte/sid



insgesamt 15 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
coulter2 09.07.2014
1. Hakan ist natürlich unschuldig
Genau! Kreuzer hat sicher auch die plötzliche Erkrankung von HC und die ebenso plötzliche Gesundung erfunden. ...und hat HC im Feb. eine Pistole ans Knie gehalten, damit er den Vertrag OHNE AUSSTIEGSKLAUSEL unterschrieben hat (achne, das machen ja andere ohne dass dies nachher eine psychische Störung nach sich zieht) Ich bin jedenfalls froh, dass er jetzt in in Lev. ist - die werden schon sehen was sie sich für einen Typen an Land gezogen haben. Und an HC: Wenn ich mich so verhalten hätte, würde ich einfach mal die Klappe halten und hoffen dass irgendwann einmal Gras darüber gewachsen ist.
stubi57 09.07.2014
2. Geldgieriger Heuchler
Ich bin es leid, mich von diesem Schauspieler veralbern zu lassen. Wunderheilung wenn der Wechsel klappt und die Kohle stimmt. Erbärmlich. Bin auf Dir Reaktion der HSV-Fans beim Spiel gegen Bayer gespannt. Am besten wieder krankschreiben lassen
The Traveller 09.07.2014
3. Der Junge braucht dringend einen neuen Berater
Er sollte seinen jetzigen Berater einfach rausschmeissen, auch seinen Vater nicht mehr reinquatschen lassen, und sich einen Profi besorgen der ihn - naiv und unerfahren wie er ist - vor der endgültigen Selbstzerstörung schützt. Am besten einen Maulkorb, so wie ihn sich Schweinsteiger selbst auferlegt hat, damit der Junge sich auf den Fußball konzentrieren kann und nicht noch mehr Unsinn aus seinem Mund an die Presse geht. -- Hakan ist erst 20, hat sicher großes Talent, aber er wirkt völlig unreif und nach nur einem Jahr Bundesliga und gehörig Druck auch aus der Türkei fehlt im einfach die Erfahrung um sich selbst zu schützen und zu wissen dass solche Aussagen wie "Ich war immer geradlinig und ehrlich" mit Sicherheit nicht hilfreich sind in seiner Situation.
make_it_sexy 09.07.2014
4.
Nächste Posse! Hakan, Du bist lächerlich. Steh doch einfach mal dazu! Dir geht es um die Kohle, ausschließlich um die Kohle. Mündliche Zusage? Wozu hast Du denn einen Berater, der zwei Tage vor dem ersten Relispiel an die Presse und Du zum Vorstand gehst, dass Du wechseln willst. Mehr Hohn und Spott für die Fans geht garnicht. Aber es ist wie immer: immer sind die anderen schuld. Ich armes kleines Opfer. Mach weiter so. In 10 Jahren kannst Du dann vlt auch einen Supermarkt eröffnen.
extremchen 09.07.2014
5. Moin!
Sowohl Kreuzer als auch Beiersdorfer ließen sich vom stinkreichen HaSiVau für viel Geld aus ihren laufenden Verträgen herauskaufen weil es in Stellingen mehr Kohle abzugreifen gibt und werfen nun genau dies dem Spieler vor: Ein Wechsel zu einem Verein der mehr Geld auf den Tisch packt und wo es sportlich höchstwahrscheinlich besser laufen wird... Das ist doch nicht deren Ernst, oder? Na, *das* sind mir die richtigen Moralapostel.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.