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Bundesliga am Samstag: Hamburger Kämpfer, Paderborner Zauberer

Foto: TOBIAS SCHWARZ/ AFP

Fußball-Bundesliga Zinnbauer feiert mit Hamburg Remis gegen FC Bayern

In Hamburg verzichtete Bayern-Coach Josep Guardiola zunächst auf fünf Stars. Die Folge: Gegen einen erstarkten HSV von Trainer-Neuling Josef Zinnbauer gab es nur ein 0:0. Auf Schalke gab es vier Tore und drei Platzverweise.

Hamburg - Wenn der Tabellenletzte der Fußball-Bundesliga den Deutschen Rekordmeister empfängt, dann gilt das Interesse für gewöhnlich ausschließlich der Höhe des zu erwartenden Auswärtssieges. Nicht so am Samstag. Der Tabellenletzte, der Hamburger SV, hatte schließlich mal wieder seinen Trainer getauscht. Josef Zinnbauer, bisheriger U23-Coach, durfte gleich in seinem ersten Spiel als Chef der ersten Mannschaft gegen die Bayern antreten - und deutete bei seinem Debüt an, dass es unter ihm tatsächlich aufwärts gehen könnte.

Das 0:0 war das Ergebnis einer deutlich verbesserten Hamburger Elf - und ein Dämpfer für den klaren Favoriten aus München. Die Gäste, bei denen Thomas Müller, Mario Götze, Robert Lewandowski und Xabi Alonso zunächst auf der Bank saßen und Arjen Robben verletzt fehlte, hatten in abermals veränderter Startformation von Anfang an Mühe. Zwar war der Titelverteidiger wie erwartet spielbestimmend, Torchancen gab es in der ersten Hälfte aber nicht.

Das lag am Gegner. "Emotionen reinbringen" wollte Zinnbauer in sein neues Team. Offenbar mit Erfolg. Auffällig: Der HSV agierte deutlich aggressiver als zuletzt, doppelte geschickt und zwang die Münchner zu langen Bällen. Die erhöhte Laufbereitschaft brachte schließlich auch offensiv erste Resultate.

In der zweiten Hälfte hätte HSV-Zugang Nicolai Müller beinahe zur Führung getroffen, als er vor dem herauseilenden Bayern-Torwart Manuel Neuer am Ball war, dann aber knapp sein Ziel verfehlte (47.). Die Bayern erhöhten daraufhin etwas den Druck. Philipp Lahm scheiterte mit der besten Bayern-Chance aber an HSV-Torwart Jaroslav Drobny (53.), der erneut René Adler zwischen den Pfosten ersetzte.

Guardiola brachte Alonso und Götze, später auch Lewandowski - zwingend wurde der FC Bayern trotzdem nicht. Am Ende stand ein verdientes Remis.

VfB Stuttgart - 1899 Hoffenheim 0:2 (0:1)

Nur ein Punkt aus den ersten vier Partien - beim VfB wartet man auf den Veh-Effekt, den Aufwärtstrend unter Meistertrainer Armin Veh. Gegen Hoffenheim dauerte es bis zur 15. Minute, bis es den nächsten Rückschlag gab: Nach einem Freistoß von Sebastian Rudy köpfte Anthony Modeste zur Gästeführung ein. Die Gäste hielten sich in der zweiten Hälfte sehr zurück, der VfB konnte trotzdem kein Kapital daraus schlagen. Im Gegenteil: Tarik Elyounoussi vollendete einen Konter der Gäste zum 2:0-Endstand (84.).

FC Augsburg - Werder Bremen 4:2 (2:1)

Der 19-jährige Davie Selke, der bei Werder seinen Vertrag in dieser Woche bis 2018 verlängert hatte, schockierte die Gastgeber mit seinem ersten Bundesliga-Treffer in der dritten Minute. Dem Rückstand lief Augsburg allerdings nicht lange hinterher. Daniel Baier vollstreckte nur elf Minuten später zum Ausgleich, nach schönem Pass von Halil Altintop. Augsburg durfte am Ende den zweiten Saisonsieg feiern, weil nach dem 2:1 durch Paul Verhaegh (45.+2, Foulelfmeter) und dem Ausgleich durch Werders Franco di Santo (56., Foulelfmeter) Tobias Werner nach einem Lattenschuss von Caiuby am schnellsten reagierte und per Kopf Werder-Torwart Raphael Wolf überwand (77.). Das 4:2 durch Tim Matavz war dann für die Statistik (90.+3).

FC Schalke 04 - Eintracht Frankfurt 2:2 (1:2)

Das 1:1 beim FC Chelsea in der Champions League am Mittwoch - es hat dem FC Schalke nicht den gewünschten Auftrieb gegeben. Frankfurts Alexander Meier, in Gelsenkirchen als Sturmspitze aufgeboten, traf nach einer Flanke aus spitzem Winkel (15.), Marco Russ erhöhte nach einem Solo (24.). Ein verwandelter Handelfmeter von Eric-Maxim Choupo-Moting (41.) war der Schlusspunkt einer turbulenten ersten Hälfte.

Nach der Pause egalisierte Julian Draxler zunächst per Kopfball (50.), dann sah Kevin-Prince Boateng in der 61. Minute wegen wiederholten Foulspiels Gelb-Rot. Nur zehn Minuten später erwischte es Draxler, der wegen Nachtretens die Rote Karte bekam - an seinem 21. Geburtstag. Auch Frankfurts Slobodan Medojevic musste nach wiederholtem Foulspiel mit Gelb-Rot vorzeitig zum Duschen (85.).

SC Paderborn - Hannover 96 2:0 (0:0)

Der Aufsteiger aus Ostwestfalen, bisher ungeschlagen, war in der ersten Hälfte das aktivere Team. Schwächen im Passspiel verhinderten jedoch echte Abschlusssituationen. Die Gäste, ebenfalls gut in die Saison gestartet, gingen das hohe Tempo mit, viel mehr als Hektik verbreitete jedoch keine Mannschaft. Für das 1:0 sorgte Paderborns Elias Kachunga, der eine Kopfballvorlage von Uwe Hünemeier aus kurzer Distanz verwertete (71.). Hannover konnte nicht mehr kontern. In der Schlussminute gelang Moritz Stoppelkamp das Tor des Monats, mindestens: Fast von der eigenen Strafraumgrenze drosch der Mittelfeldspieler den Ball über die aufgerückten Gäste hinweg zum Endstand ins Netz. Der Lohn für den SC: die - zumindest zwischenzeitliche - Tabellenführung.

chp