HSV-Schlamassel Van der Vaart am Rücken verletzt

Er will zum FC Valencia, der HSV aber besteht auf den gültigen Vertrag. Nun hat sich Rafael van der Vaart auch noch verletzt. Kann der Kapitän im Uefa-Cup-Spiel morgen in Ungarn nicht auflaufen, bleibt seine Chance auf einen Wechsel erhalten.


Hamburg - Das Theater um van der Vaart droht die fest eingeplante Uefa-Cup-Teilnahme des Hamburger SV in Gefahr zu bringen. Vor dem Hinspiel in der Qualifikation bei Honved Budapest am Donnerstag (19.00 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) hat der Transferstreit um den niederländischen Spielmacher die Harmonie nach dem gelungenen Saisonauftakt des HSV zerstört. Durch van der Vaarts heißen Flirt mit dem spanischen Topclub FC Valencia steht für die Hamburger das Millionengeschäft Europacup auf dem Spiel. Denn nachdem der 24-Jährige eindeutige Wechselabsichten geäußert hat, der Club aber auf Vertragserfüllung besteht, hängt beim HSV der Haussegen schief.

HSV-Kapitän van der Vaart: Angefressen und angeschlagen
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HSV-Kapitän van der Vaart: Angefressen und angeschlagen

Für zusätzliche Unruhe sorgte heute eine Rückenverletzung des Profis, die er sich beim Hochheben seines Sohnes zugezogen haben will. Er verspüre Schmerzen, sagte Van der Vaart nach der Ankunft in Budapest. Sein Einsatz sei deshalb allerdings nicht ausgeschlossen: "Wenn es sich nicht verschlimmert, werde ich wohl spielen können." HSV-Pressesprecher Jörn Wolf hatte zuvor bestätigt, dass van der Vaart heute medizinisch behandelt wurde, ohne aber nähere Angaben über die Beschwerden zu machen.

Dem spanischen Radiosender Radio Nou soll van der Vaart in einem Interview gesagt haben, dass er den Druck auf den HSV erhöhen will, um bereits am kommenden Samstag bei der Präsentation der Mannschaft in Valencia dabei zu sein.

Dennoch macht sich Trainer Huub Stevens, der seinen Mittelfeldstar fest für die Partie beim ungarischen Tabellenführer eingeplant hatte, keine Sorgen um den Zusammenhalt seines Teams. "Ich sorge schon dafür, dass es in der Mannschaft ruhig bleibt", erklärte der Niederländer. Wie weit die angebliche Rückenverletzung van der Vaarts Einsatz gefährden könnte, blieb zunächst unklar. Ein Auflaufen für den HSV in der Europacup-Quali würde internationale Einsätze für andere Teams in dieser Saison ausschließen und den Transfer nach Valencia unwahrscheinlich machen.

An ihrer Haltung, van der Vaart unter keinen Umständen sofort ziehen zu lassen, ließen die Norddeutschen vor dem bislang wichtigsten Spiel der noch jungen Saison ohnehin keinen Zweifel. "Er bleibt beim HSV - Punkt!", machte Vorstandschef Bernd Hoffmann noch einmal deutlich. Dabei sei es unerheblich, ob Valencia sein bisheriges 14-Millionen-Euro-Angebot noch einmal nachbessere, so der HSV-Boss: "Wir haben Rafael klipp und klar erklärt, dass wir ihn nicht abgeben." Van der Vaart selbst hielt sich nach seinen deutlichen Worten vom Wochenbeginn ("Ich will weg, aber der HSV hat meinen Traum zerstört") bedeckt. Im Verein zeigte man sich in den vergangenen Tagen überzeugt, dass der Nationalspieler die Situation akzeptiert. "Rafael ist ein tadelloser Profi und charakterlich einwandfreier Mensch. Ich bin überzeugt, dass er mitzieht", so Sportchef Dietmar Beiersdorfer.

Verzichten müssen die Hamburger in Budapest dagegen auf Abwehrspieler Joris Mathijsen. Der niederländische Nationalspieler erhielt von Stevens Sonderurlaub, da seine Frau hochschwanger im Krankenhaus liegt. "Es gibt Wichtigeres als ein Fußballspiel", sagte der Coach. Mathijsen hatte schon am Dienstag nicht am Abschlusstraining teilgenommen.

mt/sid



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Tomislav, 15.08.2007
1.
Zitat von sysopImmer mehr Stars tricksen sich aus gültigen Verträgen, um zu einem anderen Verein zu wechseln. Sind Sie der Meinung, dass die Manager wieder verstärkt auf die Einhaltungen der Verträge pochen sollten? Welche Möglichkeiten oder Sanktionen gibt es dafür? Oder gilt bei Ihnen eher das Motto "Reisende soll man nicht aufhalten"?
Reisende sollte man wirklich nicht aufhalten. Jemand der unter "Zwang" für einen Verein spielt, bringt sowieso nicht mehr seine 100%-ige Leistung. Abgesehen davon, wird es doch andersrum auch oft so betrieben. Spieler die man nicht mehr haben will schiebt man ab, mobbt sie raus, etc.
JustusJonas, 15.08.2007
2. Typisch HSV
Seit Netzer nicht mehr beim HSV ist (okay, die Zeiten sind auch insgesamt anders) hat es der HSV nie mehr geschafft, ein Team aufzubauen. Jedesmal, wenn man mal in der oberen Tabellenregion war, wurde sofort den Verlockungen des Geldes nachgegeben und die Spieler waren weg. Ob Kovac, Salihamidzic, Butt, Ujfalusi, van Buyten, Boulahrouz - immer ließ man wichtige Spieler ziehen und damit zerfiel die Mannschaft. Ganz fatal ist das dann, wenn das nicht zu Saisonende, sondern wie jetzt am Beginn passiert. Das Signal ist doch klar, jeder talentiertere Spieler wie Kompany, Trochowski oder Feilhaber wird den Verein verlassen. Dann ist wieder Geld in der Kasse, aber keine Mannschaft. Meiner Meinung nach sollte der HSV nun mal Stärke zeigen und Van der Vaart nicht ziehen lassen, gegen Budapest auf den Platz tragen, dann ist das Kapitel Champions League mit Valencia erledigt. Er hat einen Vertrag, den muss er erfüllen, er ist dem HSV und den Fans auch etwas schuldig, schließlich hat er ihn von der Bank aus Amsterdam weggeholt und ein Podium gegeben. Wenn er dann aus Trotz schlecht spielt, sollte man ihn einfach bei den Amateuren verhungern lassen, dann wird er sich schon überlegen, ob er die EM aufs Spiel setzen wird. Die Konkurrenz wie Sneijder kann sich derweil bei Real profilieren. Sollte Valencia dann noch mal richtig was draufpacken, so 35 Mio bieten, kann man ihn immer noch ziehen lassen, dann hat man vielleicht noch die Chance, einen adäquaten Ersatz zu verpflichten.
Frau Wutz, 15.08.2007
3.
Mir ist nicht ganz klar, warum die Vereine nicht diese Verträge so gestalten, dass ein Spieler wie nun in Hamburg regressflichtig gemacht werden kann. Denn er schadet dem Verein, auch wirtschaftlich. Klar würde Hamburg eine ordentliche Ablöse bekommen, doch damit hätte der HSV noch lange keinen spielerisch gleichwertigen Ersatz. Ansonsten: Spieler solchen Charakters sollte man so schnell wie möglich loswerden. Sie schaden dem gesamten Mannschaftsgefüge.
seifertinho 15.08.2007
4. von mehreren Faktoren abhängig
So wie die Spieler auch bei sportlichem Versagen auf ihre Millionenverträge pochen, sollten die Clubs bei sportlichen Topleistungen eines Spielers auf Vertragserfüllung bestehen. Dazu gehört jedoch der entsprechende Hintergrund: Zunächst in finanzieller Dimension, denn die Ablöse darf nicht zum Einlenken verlocken. Ferner auch und besonders hinsichtlich der Verträglichkeit für die Gruppe. Das Management muss abwägen, ob der Spieler noch tragbar ist und Leistungsbereitschaft aufbringt. Letzteres wird Werder Bremen dazu bewogen haben, Miro Klose an die Bayern zu verscherbeln. Nun hat sich Raffael van der Vaart beim Hochheben seines Sohnes am Rücken verletzt und der Verdacht liegt nahe, dass er sich damit eine Europacupteilnahme mit dem FC Valencia offenhalten möchte (vgl. Khalid Bhoularouz 2006). Wenn es soweit ist, hat ein Verein kaum noch die Wahl und muss den Spieler verkaufen! Gegenbeispiele gibt es ebenfalls. Bei Werder Bremen hatten die Spieler Marco Bode und Dieter Eilts mehrfach lukrative Angebote anderer Clubs, haben jedoch nie ihren Wechsel provoziert. Eilts sagte irgendwann sinnemäß, dass er einfach Pech gehabt habe, dass sein Vertrag nie zum richtigen Zeitpunkt auslief... Fazit: Es hängt ab von im wesentlichen zwei Faktoren - dem Reiz des Geldes - dem Charakter des Spielers
nillivanmilli 15.08.2007
5. Wohl nicht praktikabel, .....
... aber eventuell doch möglich. Verzichtet auf all das Geld und setzt den Kerl auf die Tribüne. Und sei es nur zur Abschreckung für die anderen Geldsäcke. 2010 kann er dann Straßen kehren.
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