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28. November 2015, 18:42 Uhr

HSV-Sieg gegen Bremen

Sport ist Nord

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Der Hamburger SV gewinnt erstmals seit acht Jahren ein Bundesligaspiel in Bremen. Und womit? Mit Recht. Für Werder wird es dagegen richtig ungemütlich. Alles Wichtige zum Nordderby.

Ausgangslage des Spiels: Hier empfängt der 14. der Tabelle den Zehnten. Der Gastgeber geht zudem mit der Empfehlung von bereits vier Heimniederlagen und zuletzt einem 0:6 in Wolfsburg in die Partie. Mehr November geht eigentlich nicht. Aber das ist ja alles zweitrangig, wenn es heißt: Nordderby. Gegen dieses Wort kann man schlecht argumentieren.

Ergebnis des Spiels: 1:3 (0:2)-Auswärtssieg des HSV. Die Hamburger Treffer erzielten Ivi Ilicevic (3. Minute), Michael Gregoritsch (26.) und Nicolai Müller (68.). Zwischendurch konnte Anthony Ujah auf 1:2 verkürzen. Kein Tor von Claudio Pizarro.

Die erste Halbzeit: War nach drei Minuten eigentlich erledigt. Ilicevic gelang ein Kunstschuss von der Strafraumgrenze, und Werder erholte sich bis zur Pause nicht mehr davon. Einen Freistoß von Gregoritsch fälschte Bremens Freistoßspezialist Junuzovic unhaltbar ins eigene Tor ab, und Sky-Reporter Marcus Lindemann behauptet danach doch tatsächlich: "Das war genau Gregoritschs Plan." Der Spieler muss ein Genie sein.

Die zweite Halbzeit: Zeigte zunächst, dass es eine durchaus gute Idee ist, ein Fußballspiel nach 45 Minuten zu unterbrechen, um es in zwei Hälften zu teilen. Werder, wie man dann so hübsch-hässlich sagt, kam wie verwandelt aus der Pause und hochverdient zum Anschlusstreffer. Die grün-weiße Herrlichkeit währte danach noch sieben Minuten bis zum Hamburger Müller-Tor. Dann ging nichts mehr.

Spieler des Spiels: Es wäre so schön gewesen, all die ganzen Claudio-Pizarro-Geschichten in Sachen HSV aufwärmen zu können. Wenn der Peruaner getroffen hätte, wäre es das 20. Pflichtspieltor seiner langen Karriere gegen die Hamburger gewesen. Aber die Geschichte ging dann doch anders: Wenn ein Talisman nicht mal mehr als Talisman funktioniert, dann darf man (angesichts von Pizarros Verdiensten natürlich nur leise) diskutieren, ob ein 37-Jähriger dem Verein tatsächlich noch groß weiterhilft.

Wechsel des Spiels: Claudio Pizarro ging nach 77 Minuten. Es wird nicht mehr viele Gelegenheiten für seinen 20. Treffer gegen den HSV geben. Dass für ihn mit Öztunali der Uwe-Seeler-Enkel aufs Spielfeld kam, war auch nur noch eine Fußnote.

Pechvogel des Spiels: Auch beim Gewinner kann es Verlierer geben. HSV-Angreifer Pierre-Michel Lasogga kugelte sich nach 20 Minuten die Schulter aus und verließ mit sichtbar großen Schmerzen die Bühne. Möglicherweise für länger. In einer Phase der Saison, in der dieser so oft verspottete Spieler dabei war, es allen Kritikern zu beweisen. Lasogga ist auf der Häme-Skala der Nachfolger von HSV-Verteidiger Heiko Westermann. Dabei hat er in dieser Spielzeit oft genug seinen Wert bewiesen. Er wird dem HSV fehlen.

Aussicht des Spiels: Der Hamburger SV rangiert jetzt auf Platz sechs, mit nur zwei Zählern Rückstand auf den Champions-League-Platz vier. Öztunali kann seinen Opa interviewen, ob er sich daran erinnert, wann dies das letzte Mal der Fall war. Hamburg ist eben die Sportstadt in Deutschland. Das wusste man (Olaf Scholz) ja immer schon.

Erkenntnis des Spiels: Seit 2007 hatte der HSV in der Liga in Bremen nicht mehr gewonnen. Man könnte also sagen: Es wurde auch mal wieder Zeit. Zeit ist ein gutes Stichwort. Wenn Werder-Trainer Victor Skripnik nicht bald Erfolgserlebnisse vorweist, wird sie für den Coach ziemlich knapp. Die Liga-Gegner bis Weihnachten lauten Stuttgart, Köln und Frankfurt. Verlieren sollte man da am besten keines der drei Spiele.

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