Van Marwijk oder Gross Verwirrung um Fink-Nachfolge beim HSV

Es passt ins chaotische Bild: Am Samstagabend bestätigte Bert van Marwijk die Einigung mit den Hamburger SV als Nachfolger von Thorsten Fink. HSV-Sportchef Oliver Kreuzer soll allerdings am Sonntagmorgen in die Schweiz geflogen sein, um einen weiteren Kandidaten zu treffen.
Ex-Stuttgart Trainer Gross: Besuch vom HSV-Sportchef

Ex-Stuttgart Trainer Gross: Besuch vom HSV-Sportchef

Foto: Walter Bieri/ AP

Hamburg - Er wird es, er wird es nicht: Die Suche nach einem Nachfolger für den Anfang der Woche gefeuerten Trainer Thorsten Fink gerät beim HSV mal wieder auf seltsame Wege. Waren es anfangs illustre Kandidaten wie Lothar Matthäus oder Stefan Effenberg, die den Fans die Schweißperlen auf die Stirn trieben, bahnt sich jetzt eine echte Posse an.

Schon vor dem Spiel gegen Werder Bremen war durchgesickert, dass der umstrittene HSV-Sportchef Oliver Kreuzer dem Aufsichtsrat Bert van Marwijk als neuen Trainer schmackhaft gemacht habe. Wenige Stunden nach der peinlichen 0:2-Niederlage im Nordderby schien der Deal dann perfekt zu sein.

Zumindest plauderte der ehemalige Trainer der niederländischen Nationalmannschaft in einem Interview in seiner Heimat schon über die Details. "Der HSV hat mich direkt nach der Entlassung von Thorsten Fink angerufen. Wir haben uns dann noch in der Woche zusammengesetzt. Ich habe gesagt, was ich anbieten kann. Sie haben mir gesagt, was sie wollen", sagte van Marwijk in der Sendung NOS Studio Sport.

Der Vertrag laufe über zwei Jahre mit der Option einer Verlängerung von einem Jahr. "Hamburg ist eine phantastische Stadt", fügte Marwijk hinzu. "Der HSV hat ein prächtiges Team mit einer großen Tradition und einem schönen Stadion. Sonntagmorgen fahre ich nach Hamburg."

Gut möglich, dass er Kreuzer nicht in der Hansestadt antrifft. Nach Informationen von Sky Sport News HD ist der HSV-Sportchef in die Schweiz geflogen, um mit Coach Christian Gross zu verhandeln. Der 59-Jährige war 2010 beim VfB Stuttgart entlassen worden, hatte danach bis 2012 den Schweizer Erstligisten Young Boys Bern trainiert.

Immerhin können die Fans aufatmen: So oder so solle die Trainerfrage zeitnah gelöst werden. Im Idealfall bis "Mitte nächster Woche", so Kreuzer. Das wäre extrem schnell für die Verhältnisse des HSV, der einst über 1,5 Jahre einen neuen Sportdirektor suchte.

mig/sid/dpa