HSV gegen VfB Motzgipfel im Tabellenkeller

HSV gegen VfB, Tabellen-14. gegen den Letzten. Das Abstiegsduell zwischen Hamburg und Stuttgart bestimmt den Auftakt zum 16. Spieltag. Gästetrainer Stevens heizt schon einmal die Härte-Debatte an.

Getty Images

Hamburg - Beim Hamburger SV wird am Abend ein besonderer Gast auf der Tribüne sitzen. Ruud van Nistelrooy, der von Januar 2010 bis Juni 2011 im Volkspark für den HSV auf Torejagd ging, hospitiert im Rahmen seiner Trainerausbildung drei Tage bei seinem Ex-Klub. Und er nutzt dabei die Zeit, um sich das Bundesligaspiel der Hamburger gegen den VfB Stuttgart (20 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) anzuschauen.

Stuttgart und van Nistelrooy, bei dieser Kombination bekommen viele HSV-Fans noch heute glänzende Augen. Am 13. Februar 2010 bestritt der Niederländer seine erste richtige Partie für die Hamburger, die beim VfB gastierten (zuvor hatte er ein paar Sekunden gegen den 1. FC Köln gespielt). Als van Nistelrooy in der 65. Minute beim VfB eingewechselt wurde, stand es 1:1, zwölf Minuten später führte der HSV 3:1 - zweimal hatte der niederländische Stürmer getroffen (hier die Tore im Video).

"Das war ein Superspiel und ein Superstart. Ich hoffe, dass es diesmal ein ähnliches Resultat geben wird", sagt van Nistelrooy jetzt. Das Spiel ist das Kellerduell des 16. Spieltags, verkommt im Vorfeld allerdings zum Motzgipfel der beiden Trainer.

"Ich denke, dass wir uns alle einstellen müssen auf die aggressive Art und Weise, wie der HSV spielt. Da sind wir gefragt, da sind die Schiedsrichter gefragt", sagt VfB-Trainer Huub Stevens, der von Februar 2007 bis Juni 2008 in Hamburg arbeitete. Der Konter von HSV-Coach Josef Zinnbauer kam prompt: "Ich kann es nicht mehr hören. Und ich weiß nicht, ob die Trainer immer irgendwelche Ausreden brauchen oder die Schiedsrichter beeinflussen wollen."

"Zu Hause müssen wir unsere Aufgabe erledigen"

Der HSV und die spielerische Härte: Seit dem Heimspiel der Hamburger gegen Bayer Leverkusen (1:0) ist dieses Thema latent. Damals hatte es insgesamt 50 Fouls (27 HSV, 23 Bayer) und neun Gelbe Karten (sechs HSV, drei Bayer) gegeben. Leverkusens Trainer Roger Schmidt sprach, ungeachtet von der fast ausgeglichenen Foul-Statistik, von einer "Treibjagd".

Ein Blick in die Saisonstatistiken ergibt jedoch ein differenziertes Bild: In bislang 16 Saisonspielen hat kein Team so viel Fouls begangen, wie der HSV (282) - aber es wurde auch keine andere Mannschaft so häufig gefoult wie die der Hamburger (252). Bei den Gelben Karten liegt der HSV ebenfalls an der Spitze (39), Gelb-Rot oder Rot gab es für einen Hamburger bislang aber noch nicht. Daher belegt der HSV in der Fairplay-Tabelle Platz 14, Stuttgart (24-mal Gelb und einmal Gelb-Rot) ist Siebter. Letzter in diesem Ranking mit 33-mal Gelb, einmal Gelb-Rot und zweimal Rot ist übrigens Leverkusen.

Ungeachtet der Härte-Debatte sagt Hamburgs Rechtsverteidiger Dennis Diekmeier: "Zu Hause müssen wir unsere Aufgabe erledigen. Da müssen wir voll da sein." Nach zuletzt drei Heimsiegen in Folge hat sich der HSV ein wenig aus der Abstiegszone befreien können und steht auf Platz 14. Mit einem Sieg gegen den VfB würden die Hamburger auf 19 Punkte kommen und hätten den Anschluss an das Tabellen-Mittelfeld hergestellt.

Prekärer stellt sich die Lage bei den Stuttgartern dar, die mit 13 Punkten Tabellenletzter sind. Nach dem Gastspiel in Hamburg empfängt der VfB zum Abschluss der Hinrunde Aufsteiger Paderborn. Holen die Stuttgarter nicht mindestens einen Sieg aus diesen beiden Partien, verbringen sie die Winterpause auf einem Abstiegsplatz.

ham/sid/dpa



insgesamt 10 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
gruenertee 16.12.2014
1.
Hoffen wir dass der VfB mit 16 Punkten nach Hause fährt :=)
nummer50 16.12.2014
2. Ínteressant
Bin mal gespannt, wer sich bei diesem Abstiegsgipfel durchsetzen wird. Falls Stuttgart verliert hängen die erstmal richtig fett hinten drin.
Herzbubi 16.12.2014
3. ich habe verstanden
gewinnt der VFB kann der HSV auf seinen 18 Platz zurück gehen. Dahin wo er auch hingehört in den Keller
mariowario 16.12.2014
4. Was der HSV im Leverkusen-Spiel sich geleistet hat,
das war schon Liga-unwürdig - abholzen wie auf dem Bolzplatz. Die Premier League scheint technisch erheblich besser zu sein (wie auch Spanien und Italien). In der BL ist es aber überraschend wie Mannschaften wie der HSV oder die Hertha den FCB einfangen können (ja, auch Augsburg war großartig).
Dumme Fragen 16.12.2014
5. HSV gewinnt 2:0
eigentlich 4:0, aber zwei Tore werden nicht gegeben...
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.