HSV - Wolfsburg Kurz einmal durchtamen

Nach dem lebensnotwendigen Sieg gegen den VfL Wolfsburg zeigt sich HSV-Trainer Frank Pagelsdorf von seiner emotionalen Seite.


Frank Pagelsdorf: Die pure Freude
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Frank Pagelsdorf: Die pure Freude

Hamburg - "Ich habe mich wahnsinnig gefreut für die Truppe. Sie hat gezeigt, was man schaffen kann, wenn man zusammen hält. Es war total riesig, wie sie sich präsentiert hat", jubelte der 43-Jährige.

Direkt nach dem Schlusspfiff rannte Pagelsdorf auf das Spielfeld, nahm seine Profis in den Arm und drückte sie ans Herz. Hand in Hand mit seinen Spielern verbeugte sich der Coach immer wieder vor den Fans, ballte erleichtert die Faust und verschwand als Letzter aus der Stadionkurve.

Pagelsdorf, der nach neun Niederlagen in den letzten elf Spielen nicht mehr unumstritten ist, atmete nach dem 3:2 (2:1)-Sieg auf. "Für die Zukunft war das ein Meilenstein", bewertete der Trainer die Art und Weise, wie der erste Sieg im achten Nordderby vor 33.355 Zuschauern erkämpft wurde. "Das alte Feuer ist wieder da", freute sich auch Bernd Hollerbach.

Die HSV-Abwehr bleibt weiterhin anfällig

Trotz der Umstellung in der Abwehr - der zum Kapitän beförderte Niederländer Nico-Jan Hoogma spielte erstmals in dieser Saison einen klassischen Libero - bewies der Wolfsburger Zoltan Sebescen, wieso der HSV mit 45 Gegentreffern die meisten Tore kassiert hat. Der erste Schuss war gleich ein Volltreffer (10.)

Hoogmas Landsmann Erik Meijer (31.) und Sergeij Barbarez (45.), der einen Patzer von Torhüter Claus Reitmaier ("Der geht auf meine Kappe") nutzte, wendeten jedoch noch vor der Pause das Blatt. Als Mehdi Mahdavikia (62.) das 3:1 erzielte, schien das Spiel bereits gelaufen. Doch wenige Sekunden nach seiner Einwechslung ließ Sven Müller (72.) den HSV noch einmal zittern.

"Es ist noch längst nicht alles in Butter"

"Vielleicht war das ein Signal", hofft HSV-Torwart Hans-Jörg Butt, der kurz vor Toreschluss einen Schuss von Tomislav Maric glänzend parierte. Torschütze Mejer warnte jedoch: "Es ist noch längst nicht alles in Butter." Und Barbarez, der mit seinem 15. Saisontreffer in der Torjägerliste zum bislang alleine führenden Ebbe Sand aufschloss, ist überzeugt: "Wenn wir nächste Woche auf Schalke verlieren, geht der Ärger wieder von vorne los."


HSV - VfL Wolfsburg 3:2 (2:1)
0:1 Sebescen (10.)
1:1 Meijer (30.)
2:1 Barbarez (45.)
3:1 Mahdavikia (62.)
3:2 Müller (72.)
Hamburg: Butt - Hoogma - Hertzsch, Ujfalusi - Töfting (75. Fischer), Kovac, Hollerbach - Cardoso (82. Kientz) - Mahdavikia (90. Präger), Meijer, Babarez
Wolfsburg: Reitmaier - Biliskov, Ifejiagwa, Hengen, Schnoor - Sebescen, Kühbauer (71. Müller), Munteanu, Weiser - Juskowiak (16. Maric), Akpoborie (74. Rische)
Schiedsrichter: Gagelmann (Bremen)
Zuschauer: 35.355
Gelbe Karten: Hoogma (3), Meijer (2) - Weiser (2), Biliskov (2), Kühbauer (5/1)



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