Humor-Coach Alberts "Ich bin der einzige lebende Lachsack"

Gern würde Josef Alberts die deutsche Fußball-Nationalelf noch besser machen. Aber er darf nicht, der DFB braucht keinen examinierten Lachyogatrainer. Alberts, der Hape Kerkeling Reiki lehrte, lässt nicht locker. Im Interview mit dem Magazin "RUND" verrät er seine Tricks.


Frage: Herr Alberts, wieso lachen Sie?

Alberts: Ich bin weltweit der einzige lebende Lachsack. Da darf ich einfach so lachen. Und ich bin Lachyogatrainer und Unterstützer der deutschen Fußballnationalmannschaft. Die Jungs kennen mich, bei der WM war ich immer dabei.

Lachender Fußballer: "Wie ein Kartoffelsack auf Ecstasy"
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Lachender Fußballer: "Wie ein Kartoffelsack auf Ecstasy"

Frage: Als Lachsack oder Lachyogatrainer?

Alberts: Leider nur als Lachsack. Aber das Team braucht einen Lachyogatrainer. Lachen fördert das Leistungsvermögen. Für mein Engagement ist es jedoch momentan auf dieser Ebene noch zu früh. Vielleicht wird es was in der Regionalliga. Ich kenne Bernhard Peters. In Hoffenheim ist man bestimmt offener für Neues.

Frage: Wie sieht es aus, wenn ein Lachsack ein Fußballteam unterstützt?

Alberts: Ganz einfach: Ich helfe den Menschen zu lachen. So mache ich es auch an meinen normalen Arbeitstagen: Da sitze ich als Sack in Düsseldorf am Marktplatz; sobald mich jemand berührt, lache ich; dann lachen auch die anderen. Bei der Weltmeisterschaft war ich immer bei den Spielern – und habe gelacht. Durch Oliver Neuville wurden die Jungs richtig aufmerksam auf mich.

Frage: Wieso Neuville?

Alberts: Weil er einen sehr netten, kleinen Sohn hat. Als die Spieler in München im Hotel untergebracht waren, kamen mir Neuville und Neuville junior entgegen. Der Kleine rannte gleich auf mich zu und wollte ein Foto. So kamen wir ins Gespräch.

Frage: Ist Oliver Neuville auch der lustigste Spieler?

Alberts: Nein. Wenn ich Lukas Podolski sehe, muss ich nur 'Kölle Alaaf' rufen, und er lacht. Als ich einmal vor dem Mannschaftsbus lief, hat Podolski sogar gegen die Scheibe geklopft und mich freundlich gegrüßt. Und David Odonkor hat eine Lach-CD von mir bekommen. Die Jungs sind alle lustig.

Frage: Während der Spiele sitzen Sie wie alle anderen Zuschauer auf der Tribüne?

Alberts: Ja, da habe ich immer meine Fahne, mein Megafon und meine Mütze dabei. Ein Zuschauer meinte Mal, beim Spiel sehe ich aus wie ein Kartoffelsack auf Ecstasy.

Frage: Wie ernst ist es Ihnen mit dem Lachen?

Alberts: Sehr. Ich habe in England an einer Reikischule gearbeitet und in den Houses of Parliament Vorträge gehalten. Meine Ausbildung zum Lachyogatrainer habe ich auch in England absolviert. In Deutschland habe ich Hape Kerkeling in die Kunst des Reiki eingeweiht.

Frage: Sie Glückspilz!

Alberts: Die ernste Seite des Lebens musste ich schon im Alter von 20 Jahren kennen lernen. Damals, während meines Sportstudiums, hatte ich einen Nervenzusammenbruch. Über drei Jahrzehnte litt ich danach an schweren Depressionen. Aber seitdem ich die Idee des lebenden Lachsacks umgesetzt habe, fühle ich mich geheilt. Ich würde gerne mal zusammen mit Sebastian Deisler lachen.

Die Fragen stellte Steffen Dobbert



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