Internationale Pressestimmen "Die unbesiegbare germanische Seele"


SÜDKOREA
Joongang Ilbo: Der überraschende Marsch der koreanischen Mannschaft wurde durch die Berliner Mauer gestoppt. Wie wir gegen Deutschland gespielt haben, zeigte, dass bei unseren Siegen über die anderen europäischen Mannschaften kein Komplott zu Grunde lag.

Korean Times: Deutschland hat Koreas Traum beendet. Am Ende ist Südkorea einfach der Dampf ausgegangen. Die tollen und heroischen drei Wochen wurden von den mächtigen und gut organisierten Deutschen zum Abschluss gebracht.

Hankyoreh: Der Zug, der die Welt überrascht hat, ist vor der Endhaltestelle gestoppt worden.

Sports Today: Wir haben trotzdem gut gespielt. Der Vorstoß ins Halbfinale ist ein Rekord, der in der Fußball-Geschichte Bestand hat.


JAPAN
Tochu Shimbun: Für Südkorea war es ein glanzvolles Ende, nun kämpfen sie mit Stolz um den dritten Platz. Deutschland einen Schritt vor dem Weltmeistertitel. Das ist die unbesiegbare germanische Seele. Damit hat Deutschland den Ruf als starke Fußballnation zurückgewonnen.

Nikkan Sports: Kahn hat wieder perfekt verteidigt. Der Schutzgott-Gorilla hat Deutschland ins Finale geführt. Das ist typisch für die deutsche Mannschaft, dass sie trotz schlechten Spielens gewinnt. Südkorea hat in Asien Hoffnungen hinterlassen.

Sports Nippon: Kahn, die eiserne Wand. Es war schon wieder eine Bühne für ihn allein. Für die Südkoreaner war es eine Niederlage ohne Tränen. Sie haben mit ihrem roten Tornado Geschichte geschrieben.

The Daily Yomiuri: Die Roten sind tot. Getötet durch Deutschlands Power.

Asahi Shimbun: Michael Ballack hat mit seinem Tor den Südkoreanern das Herz gebrochen.


SPANIEN
El País: Deutschland weckt die Koreaner aus ihrem Traum und bringt sie auf den Boden der Tatsachen zurück. Für romantische Träumereien haben die Deutschen nichts übrig.

El Mundo: Das ewige Deutschland! Das Team von Rudi Völler hat fußballerisch vielleicht nicht den besten Ruf. Aber bei dieser WM kommt es darauf an, die Hürden zu nehmen. Und das haben die Deutschen getan.

Marca: Danke, Ballack! Der Leverkusener erledigt die koreanische Seilschaft.

As: Eine saubere Schiedsrichterleistung, und schon scheidet Südkorea aus. Das koreanische Lügengebäude bricht mit der tadellosen Partie des Schweizers Urs Meier zusammen.


ITALIEN
Il Messaggero: Flieg, Deutscher, flieg. Ballack trifft, Schiedsrichter Meier macht keinen Fehler: Deutschland rächt Italien und Spanien.

La Repubblica: Unerbittliches Deutschland im Finale ohne zu unterhalten. Ein Tor Ballacks reicht. Der magische Lauf für Korea ist vorbei.

La Gazzetta dello Sport: Mittelmaß über alles. Von wegen großes Deutschland. Der erste Endspiel-Teilnehmer einer WM, die eher wegen der Schiedsrichter-Skandale als wegen der Heldentaten der neuen Weltmeister auffiel, ist eine anonyme und langweilige Mannschaft.


ENGLAND
The Sun: Gibt es denn keine Gerechtigkeit mehr? Kahn man es denn glauben? Knackt das Pils, holt Sauerkraut und Schnitzel, es ist Party-Time. Diese Worte kommen durch knirschende Zähne: Man muss es den Deutschen lassen, aber sie haben ein weiteres Beispiel ihrer mentalen Stärke abgeliefert, dieser unbezahlbaren Qualität.

Daily Mirror: Deutschland beendet Südkoreas unmöglichen Traum. Es war Deutschland beste Vorstellung in diesem Turnier, jetzt steht nur noch ein Gegner zwischen ihnen und einem Sieg, der noch vor zehn Monaten unmöglich schien, als England ihnen fünf reingehauen hat.

Daily Telegraph: Die deutschen Roboter marschieren weiter. Nur Brasilien kann diesen World Cup jetzt noch retten und ein weltweites Publikum daran erinnern, dass es im Fußball um Flair geht und nicht um die Puls-stillende Funktionalität einer deutschen Mannschaft, die die Herzen aller Südkoreaner brach sowie all jener, die das Abenteuer in diesem Spiel suchen.

The Independent: So sind die Deutschen. Sie wischen dich nicht einfach beiseite, aber sie nagen dich zu Tode. Man kann diese amoralische Einstellung der Deutschen nicht gutheißen. Aber wir wünschten uns, wir hätten ein halbes Dutzend von ihnen im nächsten Spiel, wenn es wirklich drauf ankommt. Anders als Gascoigne vor zwölf Jahren, der schluchzend wegen einer Gelben Karte, die ihn von einer Endspielteilnahme ausgeschlossen hätte, das Spielen einstellte und ausgewechselt werden musste, hat Ballack all seine Anstrengungen gesteigert und Deutschland ins Endspiel geschossen. Diese mentale Stärke ist, was England fehlt.

The Times: Der Kerl kriegt 'ne Verwarnung. Er verpasst das Endspiel. Bricht er in Tränen aus? Nee, er macht weiter und erzielt das Siegestor. Völlers gnadenlose Armee marschiert weiter. Deutschland stellt Weltordnung wieder her.


FRANKREICH
L'Équipe: Deutschland ist zurück. Der dreifache Weltmeister hat seine Werte im richtigen Moment wiedergefunden. Wie gewohnt. Ballack hat sich geopfert. Mit seinen 25 Jahren ist Michael Ballack zweifellos der künftige Chef der deutschen Mannschaft.

Le Figaro: Deutschland zerbricht den koreanischen Traum. Ohne genial zu sein, mit Methode, Solidarität und Selbstverleugnung. Die Koreaner sind die Opfer der deutschen Effizienz geworden, von dieser außergewöhnlichen Wut zu siegen, die die Spieler Rudi Völlers antreibt.

Le Parisien: Ewiges Deutschland. Die Koreaner wurden von einer deutschen Mannschaft ausgeschaltet, die treu ihrer Tradition blieb, ohne Genie, ohne Mitleid, teuflisch solide und realistisch.


ÖSTERREICH
Kronenzeitung: Zu Recht hatten die Deutschen mit einem Sieg gegen Südkorea spekuliert, nur ihre bisherigen Leistungen im WM-Turnier waren zwar immer erfolgreich, aber doch eher stolperhaft. Trotzdem: Gratulation an Deutschlands Fußball-Männer, sie sind im WM-Finale 2002.

Kurier: Dass die Deutschen zum siebenten Mal nach 1954, 1966, 1974, 1982, 1986 und 1990 ein WM-Finale erreichten, hatten sie der "Achse der Verlierer" zu verdanken. Mit Leverkusen hatten Oliver Neuville und Michael Ballack das Champions-League-Finale, das deutsche Cupfinale und die deutsche Meisterschaft verloren. In Seoul verschafften sie sich eine vierte Chance, in diesem Jahr doch noch einen Titel zu gewinnen. Und zwar gleich den wertvollsten.

Die Presse: Völler-Truppe entzauberte ausgebrannte rote Teufel. Wie machen das nur die Deutschen? Wenig drauf und doch wieder drin im Finale.


SCHWEIZ
Blick: Deutschland jubelt - Ballack weint. Völler ist einflexibler Taktiker.

Basler Zeitung: Deutschland - nicht nur Kopfball und Kahn.

Berner Zeitung: Eine deutsche Mannschaft, die sich steigerte und inzwischen fast unschlagbar wirkt.

Neue Zürcher Zeitung: Der erfahrenste Underdog in der WM- Geschichte. Die Deutschen haben mit dem Halbfinalsieg an einer Bilanz gezimmert, die in der Geschichte der WM-Endrunde ihresgleichen sucht: nach einem denkbar günstigen Parcours ins Endspiel einzuziehen, ohne ein einziges Mal spielerisch überzeugt zu haben.

Tages-Anzeiger: Spielerischen Glanz verbreitete Rudi Völlers Mannschaft ein weiteres Mal nicht. Sie blieb damit ganz in der Tradition jener Auswahl, die 1986 unter Franz Beckenbauer den WM- Final erreicht hatte.


USA
Soccer America: Eine Nation jubelt, eine andere weint. Die Reise der Gastgeber ist vorüber, die etablierte Macht zieht weiter. Und diesmal benötigt Deutschland nur eine einzige Glanzparade von Oliver Kahn.


BELGIEN
La Dernière Heure- Les Sports: Deutschland im siebten Himmel - Michael Ballack bleibt der unglückliche Held der deutschen Qualifikation für das Finale.

De Standaard: Ballack rettet Deutschland, aber verpasst das Finale. Deutschland machte gestern sein Image als ein tolles Turnierteam nochmals wahr.

Le Soir: Deutschland, wie immer.

RUMÄNIEN
Gazeta Sporturior: «Korea kaputt. Es ist Gerechtigkeit widerfahren.

Libertatea: Korea Tag der Strafe.


NIEDERLANDE

De Telegraaf: Deutschland schafft es wieder. Held Hiddink: Das Lämpchen hat geflackert, aber dann ging es doch aus. Südkorea stolz untergegangen.

Algemeen Dagblad: Korea müde, aber zufrieden - Dem Team fehlt es an Kraft gegen Deutschland.

de Volkskrant: Koreaner erteilen Europa eine Lektion, ausgenommen Deutschland - Die Fußball-Welt ist der Mannschaft von Guus Hiddink eine Verbeugung schuldig, trotz der verdienten Niederlage gegen Deutschland.

Trouw: Deutschland tat, was Portugal, Italien und Spanien versäumten. Die Asiaten wurden mit ihren eigenen Waffen geschlagen. Ballack fällte das Urteil über die Mannschaft des angebeteten Hiddink.



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