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07. Februar 2013, 20:56 Uhr

Internationaler Fußball

Premier-League-Clubs einigen sich auf Gehaltsobergrenze

Einen kleinen Club in kürzester Zeit mit Millionen-Investitionen in eine Top-Adresse verwandeln? Das soll nach dem Willen der meisten Premier-League-Vereine in Zukunft nicht mehr möglich sein. Bei einem Treffen in London einigten sie sich auf eine Gehaltsobergrenze und eine Schuldenbremse.

Hamburg - Die Clubs der englischen Premier-League haben sich am Donnerstag auf die Einführung einer Schuldenbremse und einer Gehaltsobergrenze geeinigt. Damit sollen künftig Auswüchse wie beim FC Chelsea oder Manchester City verhindert werden.

Bei einem Treffen in London verständigten sich die 20 Clubs grundsätzlich auf eine flexible Obergrenze der zuletzt ausgeuferten Profi-Gehälter, die an das Einkommen der Clubs gekoppelt ist. In den Jahren 2013 bis 2016 darf zudem kein Erstligist mehr als insgesamt 105 Millionen Pfund (123 Millionen Euro) an Verbindlichkeiten vorweisen.

Bei Verstößen gegen die Vorgaben drohen Punktabzüge. In den betreffenden drei Jahren nimmt die Premier League, die reichste Fußball-Liga der Welt, allein an TV-Geldern umgerechnet etwa 5,86 Milliarden Euro ein.

Chelsea zahlt 200 Millionen Euro für Spielergehälter

Ein Eigentümer könne auch künftig "eine anständige Menge Geld anlegen, um den Verein zu verbessern", sagte Premier-League-Geschäftsführer Richard Scudamore: "Aber sie dürfen nicht mehr hunderte und aberhunderte Millionen in einem sehr kurzen Zeitraum hineinpumpen."

Beim Champions-League-Sieger FC Chelsea hatte dies in den vergangenen Jahren der russische Oligarch Roman Abramowitsch getan, bei Manchester City seit einiger Zeit ein Investor aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Chelsea hatte in der vergangenen Saison einen Gehaltsetat von 171 Millionen Pfund (etwa 200 Millionen Euro).

Die Entscheidung am Donnerstag fiel nicht einstimmig. Wieviel Gegenstimmen es gab, wurde zunächst nicht bekannt. Für derlei Änderungen müssen 14 von 20 Premier-League-Clubs zustimmen.

Die Maßnahmen dürften den künftigen Financial-Fairplay-Vorgaben der Europäischen Fußball-Union Uefa entgegenkommen. Der Verband, der künftig von den international aktiven Vereinen ausgeglichene Haushalte verlangt, hatte in dieser Woche bereits vor ausufernden Gehaltsexplosionen in Europa gewarnt.

bka/sid/AP

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