Interview mit Bixente Lizarazu "Wir können auch ohne Zidane alle schlagen"

Der französische Nationalspieler Bixente Lizarazu vom FC Bayern München spricht über die Siegermentalität der Equipe Tricolore, den Verlust Zinedine Zidanes und den Auftaktgegner Senegal.


Französische Nationalspieler Bixente Lizarazu, Marcel Desailly: "Es ist wichtig, sich nicht sicher zu sein"
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Französische Nationalspieler Bixente Lizarazu, Marcel Desailly: "Es ist wichtig, sich nicht sicher zu sein"

Frankreich konnte in der Vorbereitung nicht überzeugen. Rechnen Sie mit der Titelverteidigung?

Lizarazu:

Es gibt immer Zweifel. Das war vor der WM 1998 und der EM 2000 so. Es ist wichtig, sich nicht zu sicher sein. Das Talent ist da, aber die innere oder physische Verfassung des einen oder anderen sorgen immer für Ungewissheit.

Gibt der Titel des Welt- und Europameisters Ihnen nicht genügend Selbstbewusstsein?

Lizarazu:
Wir haben eine Siegermentalität, das ist wahr. Wir sind sehr erfahren und wissen, welche Opfer man bringen muss, um sehr gut zu sein. Aber du spielst nicht gegen Geister, sondern andere, sehr gute Mannschaften. Du musst jedes Mal zeigen, dass du der Beste bist, weil dich jeder schlagen will.

Im Eröffnungsspiel am Freitag wird ausgerechnet Zinedine Zidane fehlen. Wie hart trifft die Mannschaft sein Ausfall?

Lizarazu:
Frankreich hat gute Spieler, und zwar nicht elf sondern 22. Man sollte Zidane nicht zur Rückkehr bewegen, bevor er nicht gesund ist. Vielleicht hat er sich verletzt, weil er ein bisschen müde ist. Falls er zu früh spielt, geht man das Risiko ein, dass alles noch schlimmer wird. Wir haben erstmal die Vorrunde vor uns, wollen da gut klar kommen und die nötigen Punkte holen.

Ist Zidane überhaupt zu ersetzen?

Lizarazu:
Man kann einen Zidane nicht eins a ersetzen. Aber ohne ihn wird Frankreichs Mannschaft nicht zu einem Absteiger. Wir bleiben ein Team, das fähig ist, jedes andere Land zu schlagen. Zidane ist natürlich der große Spieler, den alle anderen gern hätten, weil er in wichtigen Spielen den Unterschied ausmacht. Aber wenn wir es ohne ihn nicht ins Achtelfinale schaffen, sollten wir lieber gleich nach Hause fliegen.

Sie treffen zuerst auf Senegal, dessen Spieler nahezu geschlossen in Frankreich aktiv sind und den dortigen Fußball genau kennen. Macht das die Aufgabe noch schwerer?

Lizarazu:
Die Situation ist natürlich paradox, aber ich will das nicht überbewerten. Senegal kann wie alle afrikanischen Mannschaften phantastische Dinge machen. Sie haben talentierte Spieler, doch unsere Mannschaft ist auch, sagen wir mal, ganz in Ordnung.

Aufgezeichnet von Robert Semmler, dpa



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