Interview mit Friedhelm Funkel "Immer noch ein Spitzenverein"

Dass Friedhelm Funkel nicht der Wunschkandidat des 1. FC Köln war, ist kein Geheimnis. Wie der neue Trainer mit der Situation umgeht und wie er den Fußball-Bundesligisten noch retten will, verriet er in einem Interview.


Friedhelm Funkel, übernehmen Sie in Köln ein Himmelfahrtskommando?


Friedhelm Funkel:

Der 1. FC Köln ist kein neuer Verein für mich, ich sollte schon Nachfolger von Morten Olsen werden, stand damals aber noch in Uerdingen unter Vertrag. Ich freue mich auf diese Aufgabe, aber es wird sehr schwer, da bin ich Realist genug. Der 1. FC Köln ist vom Namen her immer noch ein Spitzenverein, von der Leistung her natürlich nicht. Ich hoffe aber, dass ich das Unmögliche noch möglich machen kann."

Stört es Sie nicht, dass die Verantwortlichen des 1. FC Köln erst mit anderen Kandidaten gesprochen haben?


Funkel: Wenn man sich von einem Trainer trennt, ist es doch völlig normal, dass man Gespräche mit potenziellen Nachfolgern führt, auch mit anderen wie mir. Das ist ganz normal, das belastet mich nicht.

Man hört, dass sich Teile der Mannschaft in Köln schon aufgegeben haben. Kapitän Dirk Lottner höchstpersönlich hat lapidar festgestellt, es reiche wohl nicht für die Bundesliga...?


Funkel: Ich kann gar nicht glauben, was da erzählt worden ist. Aber ich kann mich auch schon an Äußerungen von mir erinnern, die ich später besser nicht gesagt hätte. Die emotionale Anspannung ist groß. Wir werden darüber reden. Profis, die nicht mitziehen wollen, werden bei mir jedenfalls keine Chance haben. So etwas können wir uns in unserer Situation nicht leisten.

Haben Sie schon mit Ewald Lienen gesprochen?


Funkel: Ich muss mir erst ein Bild von der Mannschaft machen. Irgendwann werde ich dann auch mit Ewald Lienen telefonieren.

Was ist das Hauptproblem?


Funkel: Es darf nicht sein, dass die Mannschaft bei jedem Gegentor gleich aufgibt. 779 Minuten ohne Tor, das darf es nicht geben. Das müssen wir abstellen. Aufgeben gibt es bei mir nicht.

Wird Dirk Lottner FC-Kapitän bleiben?


Funkel: Das kann ich noch nicht sagen.

Aufgezeichnet von Christoph Fischer, sid



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