Interview mit HSV-Boss Hackmann "Von Erleichterung kann keine Rede sein"

Auf seinen Job als Vorstandsvorsitzender des Hamburger SV hat Werner Hackmann keine Lust mehr. Der 55-Jährige wird seinen auslaufenden Vertrag nicht verlängern. Ligaboss will der ehemalige Berufspolitiker jedoch bleiben.


Werner Hackmann: "Ich könnte mich bei der DFL sogar noch mehr einbringen"
DDP

Werner Hackmann: "Ich könnte mich bei der DFL sogar noch mehr einbringen"

Herr Hackmann, wie geht es Ihnen am Tag nach Ihrer Ankündigung, den am 30. Juni 2003 endenden Kontrakt als HSV-Chef nicht verlängern zu wollen?

Werner Hackmann: Gemischt.

Überwiegt nach den zuletzt schweren Wochen ein Gefühl der Erleichterung oder doch des Bedauerns, Ihre Arbeit nicht fortsetzen zu können?

Hackmann: Von Erleichterung kann keine Rede sein. Ich hänge sehr an dieser Arbeit und hätte sie gerne weiter gemacht. Man kann sich ja als Typ einschätzen, und ich weiß von mir selbst, dass ich mich noch lange damit schwer tun werde.

Welche Gründe haben Sie bei Ihrer Entscheidung bewogen?

Hackmann: Es waren nicht nur persönliche oder berufliche Überlegungen. Vor allem war mir nach etlichen Gesprächen in den vergangenen Wochen klar, dass ich im Aufsichtsrat des HSV nicht die erforderliche Mehrheit für eine Vertragsverlängerung bekommen hätte. Daraus habe ich die Konsequenzen gezogen.

Wäre es in Ihrem Sinne, wenn der Vertrag schon vor dem 30. Juni 2003 aufgelöst würde?

Hackmann: Das ist die Aufgabe des Aufsichtsrats.

Spricht aus Ihrer Sicht etwas dagegen, Ihr Amt als DFL-Chef bis Ende nächsten Jahres zu erfüllen?

Hackmann: Nein, im Gegenteil. Ich bin bis Ende 2003 gewählt und würde die Arbeit gerne weitermachen. Ohne die zeitlichen Zwänge aus dem operativen Geschäft beim HSV könnte ich mich bei der DFL sogar noch mehr einbringen.

Welche Herausforderung könnte Sie denn nach dem Ende Ihrer jetzigen Aufgaben reizen?

Hackmann: Für die Zeit danach habe ich noch keine Pläne.

Die Fragen stellte Oliver Görz, sid



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