Interview mit Mayer-Vorfelder "Keine weiteren Provokationen"

Ab der Rückrunde wird es in der Fußball-Bundesliga einen vierten Schiedsrichter geben. DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder glaubt, dass durch den Einsatz des Extra-Referees wieder mehr Ruhe einkehrt. Doch erst einmal müssten sich alle Beteiligten gegenseitig respektieren.


Gerhard Mayer-Vorfelder: "Nach einem halben Jahr sehen wir weiter"
DDP

Gerhard Mayer-Vorfelder: "Nach einem halben Jahr sehen wir weiter"

Herr Mayer-Vorfelder, was waren die wichtigsten Ergebnisse des Treffens zwischen DFB, DFL und den Schiedsrichtern?

Gerhard Mayer-Vorfelder: Der wichtigste Punkt ist, dass der wechselseitige Respekt zurückkehrt. Die Regeln müssen eingehalten und alles dafür getan werden, dass weitere Provokationen vermieden werden. Die Entscheidungen der Schiedsrichter müssen wieder respektiert werden.

Ist auch daran gedacht, die Referees verstärkt zu schulen?

Mayer-Vorfelder: Ja, der Schiedsrichterausschuss wird die Schulung der Assistenten intensivieren. Schließlich haben wir einmütig beschlossen, ab der Rückrunde als Pilotprojekt zunächst nur in der Bundesliga den vierten Schiedsrichter einzusetzen. Die Runde hat diese Vorschläge nur in die Wege geleitet, wer wird sie beschließen?

Mayer-Vorfelder: Beschlussgremien sind das DFB-Präsidium und der DFL-Vorstand. Auch der Schiedsrichter-Ausschuss wird ein Wörtchen mitzureden haben. Das Pilotprojekt ist dazu da, damit wir alle Erfahrungen sammeln. Nach einem halben Jahr sehen wir weiter. Wer übernimmt die Kosten für den vierten Referee?

Mayer-Vorfelder: Die DFL, der DFB und der Schiedsrichterausschuss werden noch über die Finanzierung entscheiden. Wird es auch nach Vorbild von Fifa und Uefa ein neuer Strafenkatalog eingeführt?

Mayer-Vorfelder: Die Frage des Strafenkatalogs wurde in der Runde nicht erörtert. Auch das wird nach den Ergebnissen des Pilotprojektes entschieden.

Aufgezeichnet von Jörg Mebus, sid



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