Interview mit Peter Neururer "Mit neun Punkten ist bis jetzt jeder abgestiegen"

Nach drei Spieltagen und drei Siegen steht Aufsteiger Bochum an der Tabellenspitze der Fußball-Bundesliga. In Leverkusen gewann der VfL überraschend mit 4:2. Doch für Trainer Peter Neururer ist alles nur eine "Momentaufnahme".


Peter Neururer: "Das waren Bonuspunkte"
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Peter Neururer: "Das waren Bonuspunkte"

Der VfL Bochum meldet nach dem 4:2-Coup bei Bayer Leverkusen einen Startrekord in seiner 28-Jährigen Bundesliga-Zugehörigkeit und ist Tabellenführer. Geht das blaue Wunder weiter?


Peter Neururer: Ich bin sehr glücklich über diesen verdienten Sieg. Nach dem frühen 0:1 sind wir aufgestanden, haben den Faden aufgenommen, tollen Fußball gezeigt und bewiesen, dass wir die richtige Richtung eingeschlagen haben. Das waren heute Bonuspunkte, drei Punkte, die in der Endabrechnung wichtig sein können.

Warum sind Sie so vorsichtig? Ihre Mannschaft ist doch Spitzenreiter und hat nach drei Spieltagen mit drei Siegen die Maximalpunktzahl erreicht.


Neururer: Mit neun Punkten ist bis jetzt jeder abgestiegen. Es ist alles nur eine Momentaufnahme. Trotz des guten Starts gibt es keinen Grund, die Zielsetzung zu ändern. Wir wollen nichts mit dem Abstieg zu tun haben und einen einstelligen Tabellenplatz erreichen. Aber wenn wir am Saisonende 15. sind, sind in Bochum alle zufrieden.

Glauben Sie, dass Vizemeister Leverkusen Aufsteiger Bochum unterschätzt hat?


Neururer: Es wäre töricht, wenn eine Bundesliga-Mannschaft einen Bundesliga-Konkurrenten unterschätzen würde. Nein, das glaube ich nicht. Ich habe den Spielern vor dem Spiel gesagt, wenn wir in Leverkusen gewinnen können, dann heute. In vier Wochen hätten wir gegen Bayer keine Chance, denn Leverkusen spielt mit seinen großartigen Spielern in einer anderen Welt. In der BayArena wird in dieser Saison kaum eine andere Mannschaft gewinnen.

Wird Ihre Mannschaft nach dem großartigen Start mit freien Tagen belohnt, zumal das nächste Bundesligaspiel gegen den Revier-Rivalen Borussia Dortmund erst am 10. September steigt?


Neururer: Es gibt keine Pause, es gibt keinen freien Tag, es wird wie immer trainiert. Wir müssen am nächsten Wochenende das DFB-Pokalspiel bei Erzgebirge Aue bestreiten. Das ist für den Verein unglaublich wichtig. Wenn man als Bundesliga-Tabellenführer bei einem Regionalligaclub verliert, ist man doch der Depp der Nation. Vom Spiel gegen Borussia Dortmund rede ich jetzt nicht.

Ihnen wird nicht das beste Verhältnis mit ihrem Kollegen Klaus Toppmöller nachgesagt. Ist der Sieg für Sie etwas Besonderes?


Neururer: Nein, ich habe mit 'Toppi' kein Theater. Es ist natürlich schön, dass wir sieben Punkte Vorsprung vor Leverkusen haben.

Aufgezeichnet von Joachim Neußer, sid




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