Interview mit Uli Hoeneß "Der liebe Gott richtet immer alles"

Das DFB-Pokalfinale zwischen Bayern München und dem FC Schalke war auch zum Duell der Manager Uli Hoeneß und Rudi Assauer stilisiert worden. Nach dem Sieg seiner Münchner verteilt Hoeneß im Interview Streicheleinheiten an den Gegner, lobt Trainer Felix Magath und gibt hohe Ziele für die Bayern aus.


Manager Hoeneß, Bierdusche, Salihamidzic: "Schalke hat eine sehr starke Mannschaft"
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Manager Hoeneß, Bierdusche, Salihamidzic: "Schalke hat eine sehr starke Mannschaft"

Frage:

Hat die beste deutsche Mannschaft den Pokal gewonnen?

Hoeneß: Die Kräfteverhältnisse sind zumindest in diesem Spiel eindeutig verteilt gewesen. Wir haben von der ersten Minute an gut gespielt. Die erste Halbzeit war vom Allerfeinsten. Ich hatte Bedenken, dass die Mannschaft nach den letzten Wochen in der Bundesliga nicht mehr die nötige Spannung aufbauen könnte. Doch der Charakter der Mannschaft ist sehr, sehr stark. Kein Mensch hätte sich zur Pause beschweren können, wenn wir 3:0 geführt hätten.

Frage: Dennoch sind sie etwas ins Schwitzen geraten.

Hoeneß: Ich habe geschwitzt, weil wir in der ersten Halbzeit klar benachteiligt worden sind. Aber auch der Schiedsrichter darf Fehler machen. Es wäre allerdings fatal, wenn wir nach der überragenden ersten Hälfte bestraft worden wären. Aber das schöne ist, dass der liebe Gott immer alles richtet.

Frage: Felix Magath hat in seiner ersten Saison als Bayern-Trainer das Double gewonnen. Das hat sei Branko Zebec niemand mehr geschafft.

Hoeneß: Für einen Trainer ist es natürlich eine etwas angenehmere Situation, neu zu einem Club nach einer Saison ohne Titel zu stoßen. Zwei Titel sprechen jedenfalls für die Arbeit von Felix Magath. Man kann sagen, er hat vieles richtig gemacht."

Frage: Tut den Bayern ein Konkurrent wie Schalke gut?

Hoeneß: Es täte dem gesamten deutschen Fußball gut, wenn wir drei oder vier solcher Konkurrenten in der Bundesliga hätten. Schalke hat eine sehr starke Mannschaft. Wenn die sich weiter verstärken, dann sind sie ein Konkurrent, der uns über Jahre den Titel streitig machen kann.

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Frage: Wie lautet das Ziel in der kommenden Saison?

Hoeneß: Nächstes Jahr greifen wir in der Champions League an. Aber dazu ist auch Glück nötig, weil die anderen 100 Millionen Euro investieren. Zu sagen, wir werden Chelsea, Manchester und all die anderen schlagen, wäre arrogant.

Frage: Nach dem Erfolg steht jetzt auch wieder eine Vertragsverlängerung mit Mittelfeldspieler Zé Roberto im Raum. Stimmt das?

Hoeneß: Er, Karl-Heinz Rummenigge und ich haben nach dem Spiel in der Kabine miteinander gesprochen. Wir haben ihm gesagt, dass die Tür für ihn wieder geöffnet ist. Und wenn er bereit ist zu reden, dann sind wir es auch. Es geht ums Geld.

Aufgezeichnet von Marcel Grzanna, sid



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