Interview zum DFB-Pokal "Feiern wie bei der Love Parade"

Der Berliner Verbandsligist SV Yesilyurt nimmt als erster türkischer Verein am DFB-Pokal teil. Im Interview mit SPIEGEL ONLINE verspricht der Manager des Clubs, Gökmen Ilkyaz, nach einem Sieg über Erstrundengegner SC Freiburg eine heiße Party auf dem Kudamm.


SPIEGEL ONLINE:

Herr Ilkyaz, Ihr Verein hat in der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals den Bundesligisten SC Freiburg zugelost bekommen. Ist das Ihr Traumlos?

Gökmen Ilkyaz: Fast. Natürlich wären Bayern München oder Schalke 04 der Wahnsinn gewesen - oder noch besser Hertha BSC Berlin! Dann hätten wir vielleicht erstmals vor vollem Haus im Olympiastadion gespielt.

SPIEGEL ONLINE: Freiburg ist also eine Nummer zu klein für Sie?

Ilkyaz: Um Gottes willen: Nein. Wir werden versuchen, die Freiburger zu ärgern, und ein einfacher Gegner werden wir ihnen bestimmt nicht sein. Klar, Favorit ist Freiburg, aber leicht wird es für die nicht.

SPIEGEL ONLINE: Wie will denn der SV Yesilyurt den Freiburgern das Leben schwer machen?

Ilkyaz: Wir werden bestimmt 15.000 Zuschauer im Jahnsportpark in Prenzlau haben. Und obwohl das eigentlich unsere Stärke ist, dürfen wir nicht zu offensiv spielen, also eher auf Konter hoffen. Aber wir haben eine junge Mannschaft, und alle spielen mit Herz: Wir sind für eine Überraschung gut.

Um ihn geht's: Der DFB-Pokal
AP

Um ihn geht's: Der DFB-Pokal

SPIEGEL ONLINE: Angenommen sie schlagen Freiburg und kommen eine Runde weiter. Worauf müssen sich die Berliner dann gefasst machen?

Ilkyaz: Ich tippe auf ein 2:1, und dann wird's am 24. August bestimmt erst mal ein Autokorso über den Kudamm geben und die ganze Stadt wird mitfeiern. So ähnlich wie bei der "Love Parade".

SPIEGEL ONLINE: Was bedeutet es für den SV Yesilyurt überhaupt, als erste und einzige türkische Mannschaft überhaupt, am DFB-Pokal teilzunehmen?

Ilkyaz: Wir sind sehr stolz. Und ich glaube wir werden dreieinhalb Millionen Berliner hinter uns haben, wenn wir gegen Freiburg spielen: Dann werden wir uns so teuer wie möglich verkaufen.

Das Interview führte Hubertus von Hörsten.



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