Ehemaliger Fußballstar Iranische Behörden versiegeln Laden von Ali Daei

In Iran ist Ali Daei eine Legende – und ein wichtiger Unterstützer der Protestbewegung gegen das Regime in Teheran. Weil er sich an einem Generalstreik beteiligte, haben es die Behörden auf seine Geschäfte abgesehen.
Ali Daei sieht sich Repressionen in seiner iranischen Heimat ausgesetzt

Ali Daei sieht sich Repressionen in seiner iranischen Heimat ausgesetzt

Foto: Gabriel Bouys / AFP

Das Engagement des iranischen Fußballstars Ali Daei für die Protestbewegung in seinem Land hat neue Konsequenzen. Wie die Nachrichtenagenturen Isna und Fars berichten, wurde Daeis Juwelierladen von Behörden versiegelt.

Hintergrund sei die Entscheidung des einstigen Bundesligaspielers von Bayern München, seinen Laden anlässlich eines Generalstreiks für drei Tage zu schließen. Laut Isna ist auch Daeis Restaurant davon betroffen.

Daei hatte im November über Drohungen berichtet, weil er die Proteste nach dem Tod von Jina Mahsa Amini unterstützt habe . Die 22-jährige Kurdin war Mitte September von der Sittenpolizei festgenommen worden, weil sie ihr Kopftuch nicht ordnungsgemäß getragen haben soll, und drei Tage später gestorben. Ihr Tod löste die größte anhaltende Protestwelle in Iran seit Jahrzehnten aus.

Pass beschlagnahmt

Daei entschied sich daraufhin, nicht als Gast zur WM nach Katar zu reisen. Er wolle »bei meinen Landsleuten« sein und »all jenen mein Mitgefühl ausdrücken, die Angehörige« während der Proteste verloren hätten, erklärte Daei. Wegen seiner Unterstützung der Proteste wurde im Oktober bereits Daeis Pass für einige Tage beschlagnahmt.

In Deutschland spielte Daei zunächst für Arminia Bielefeld und den FC Bayern, bevor er zu Hertha BSC wechselte. Daei schoss während seiner aktiven Karriere 109 Länderspieltore für Iran – eine Marke, die erst im vergangenen Jahr von Portugals Cristiano Ronaldo eingeholt wurde.

hba/AFP/Reuters
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