Sportpolitik Iran plant Aufhebung des Stadionverbots für Frauen

Fußballspiele waren in Iran bislang Männern vorbehalten, nun dürfen wohl bald auch Frauen Partien live im Stadion verfolgen. Allerdings wird es dann spezielle Bereiche für das weibliche Geschlecht geben - und auch Ausnahmen.
Weiblicher iranischer Fan: Nur bei "maskulinen" Sportarten ausgeschlossen

Weiblicher iranischer Fan: Nur bei "maskulinen" Sportarten ausgeschlossen

Foto: AP/dpa

Iran will Frauen erlauben, große Sportveranstaltungen live im Stadion zu verfolgen. Der stellvertretende Minister für Jugend und Sport, Abdolhamid Ahmadi, sagte der staatlichen Nachrichtenagentur Islamic Republic, dass es Frauen und ihren Familien künftig erlaubt sein werde, die meisten Sportveranstaltungen zu besuchen. Ausnahme sollen "maskuline Sportarten" wie Wrestling oder Schwimmen sein. Das berichtet die "New York Times".

Vizepräsidentin Schahindocht Molawerdi stellte anschließend jedoch klar, dass es noch keine Entscheidung gebe. Es habe verschiedene Sitzungen mit Vertretern des Innen- und Sportministeriums gegeben. Auch der Nationale Sicherheitsrat, der letztendlich eine Aufhebung befürworten müsste, wurde informiert. Aber das Thema sei weder auf der Tagesordnung des Sicherheitsrats, noch gebe es irgendeinen Beschluss, so Molawerdi laut der Nachrichtenagentur ISNA.

Die Erlaubnis würde eine grundlegende Veränderung der bisherigen Politik bedeuten, die es Frauen verbietet, Spiele zu besuchen, bei denen auch Männer anwesend sind. Vermutlich wird es in Stadien spezielle Bereiche für Frauen geben. Sitzreihen für beide Geschlechter sollen Familien vorbehalten sein.

Iran ist eines der wenigen Länder auf der Welt, das Frauen von vielen Sportveranstaltungen, darunter Fußball, ausschließt. Im vergangenen Jahr wurde Frauen auch verboten, Volleyballspiele zu besuchen, was heftige Proteste zur Folge hatte. Die iranisch-britische Aktivistin Ghoncheh Ghavami wurde zu einem Jahr Gefängnisstrafe verurteilt, nachdem sie versucht hatte, ein Männer-Volleyballspiel zu besuchen. Vergangene Woche wurde sie nach fünf Monaten in Haft auf Kaution entlassen.

ham/sid/dpa