Italien Fußballfans verwüsten Kleinstadt

Zum Auswärtsspiel nach Delianuovo sind rund 100 Fans des Viertligisten Cavese mit Eisenstangen, Ketten und zu viel Alkohol im Blut gereist. Was dann geschah, verglich die "Gazzetta dello Sport" mit Krieg.


Delianuova - Die kriminellen Fußballfans aus Cavese randalierten, nahmen Kinder und eine komplette Familie als Geiseln. 30 Personen wurden verletzt. Zwei davon mussten mit schweren Wirbelsäulenverletzungen ins Krankenhaus gebracht werden. Die Polizei setzte mehr als 200 Beamte ein, um die angetrunkenen Fans festzunehmen. "Es war wie im Krieg", klagte die Sportzeitung "La Gazzetta dello Sport" am Montag.

Die Randalierer seien mit Eisenstangen und Ketten bewaffnet nach Delianuovo gekommen. Als ihnen der Zutritt zum Stadion verweigert wurde, seien sie durch den Ort gezogen. Dabei hätten sie in der Innenstadt Autos, Geschäfte, Lokale und die Lobby eines Hotels zerstört. Mit der Polizei hätten sie sich Straßenschlachten geliefert. Auf der Flucht vor den Beamten sei eine ganze Familie als Geisel genommen und die Kinder wie Schutzschilde benutzt worden. Um der Polizei zu entkommen, hätten die Randalierer sogar einen Rettungswagen entführt.

Der Fußballclub von Cavese verurteilte die Gewalttaten und distanzierte sich von den Verursachern. "Dies sind keine Fans, sondern Kriminelle. Wir schämen uns dafür, mit ihnen in einem Ort zu leben", erklärten die Clubmanager Franco Di Salvatore und Antonio Fariello. Bereits vor zwei Wochen hatten Cavese-Fans beim Spiel ihrer Mannschaft gegen Savoia randaliert, den gegnerischen Mannschaftsbus angegriffen und Geschäfte beschädigt.



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