Italien-Skandal Gericht verschiebt Urteilsspruch

Eigentlich sollte heute in Italien das Urteil im Manipulationsskandal in der Serie A bekannt gegeben werden. Doch die Azzurri dürfen einen weiteren Tag den WM-Sieg ihrer Mannschaft feiern. Schon morgen könnte sich die Stimmung aber ändern.

Hamburg - Erst am Dienstagabend, spätestens jedoch am Mittwoch, wird die Entscheidung verkündet. Gerichtspräsident Cesare Ruberto will sich noch einen Tag Zeit nehmen, um die Erklärungen der Verteidigung zu überprüfen. Danach soll er über das Schicksal von Rekordmeister Juventus Turin, AC Mailand, Lazio Rom und AC Florenz urteilen.

In der vergangenen Woche hatte Staatsanwalt Stefano Palazzi drakonische Strafen für Juve gefordert: den Zwangsabstieg in die dritte Liga, den Abzug von sechs Punkten bei Saisonbeginn und die Aberkennung der Meistertitel der vergangenen beiden Jahre.

Vizemeister AC Mailand soll trotz energischer Proteste von Club- und Ex-Regierungschef Silvio Berlusconi in die zweite Liga zwangsabsteigen und nach dem Abzug von drei Punkten an den Start gehen. Auch für Florenz und Rom verlangte Palazzi den Abstieg in die Serie B. Beiden Clubs sollen jedoch zusätzlich 15 Punkte abgezogen werden.

Die Hoffnung der betroffenen Vereine ruht indes immer noch auf einer Amnestie, die vom italienischen Justizminister Clemente Mastella gefordert wird. "Ich finde es nicht richtig, dass Weltmeister wie Cannavaro, Buffon und Del Piero wegen der Verwicklung ihres Clubs in den Skandal in der dritten Liga landen. Wir müssen abwarten. Ich hoffe, dass die Sportjustiz gerecht sein wird", sagte Mastella heute. Gegen eine Amnestie sprach sich allerdings der Präsident der italienischen Abgeordnetenkammer, Fausto Bertinotti, aus. "Die Leidenschaft so vieler Italiener für den Fußball darf nicht verraten werden. Der Fußball braucht keine Regeln. Im Spiel sind wir Italiener sehr gut, doch das italienische Fußballsystem hat sich als sehr schlecht erwiesen. Dies muss sich nun ändern", erklärte Bertinotti.

mt/sid

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