Italienischer Fußball Wetten stärker bestraft als Doping

Der italienische Fußballverband FIGC geht künftig noch strenger gegen Profis vor, die auf Fußballspiele wetten. Den Kickern droht eine empfindliche Strafe. Die Einnahme unerlaubter Mittel zwecks Leistungssteigerung wird weniger stark geahndet.


Rom - "Wettskandale haben dem italienischen Fußball jüngst stark geschadet. Daher müssen die Spieler mit dem Wetten aufhören. Wenn sie eine Vorliebe für Glückspiele haben, sollen sie Lotto spielen", wird FIGC-Präsident Franco Carraro in der Tageszeitung "La Repubblica" zitiert. Zockenden Profis drohen Sperren von anderthalb Jahren und mehr. Dopingsünder werden dagegen nur mit mindestens sechs Monaten Sperre belegt.

Fußballwetten sind italienischen Fußballprofis schon lange verboten. Wer einen Wettschein ausfüllt, wird gesperrt. Dabei geht es nicht um Spielmanipulationen, sondern um ganz legale Wetten. Doch abschreckende Wirkung hatte der Strafkatalog bislang nicht. Mit der Erhöhung der Sperren reagierte der FIGC auf die jüngsten Wett- und Manipulationsskandale in Italien.

Vergangenen Sommer war der FC Genua in die dritte Liga verbannt worden, weil er den Erstliga-Aufstieg durch Ergebnisabsprachen erkauft haben soll. Zahlreiche Telefonate von Fußballern wurden von der Polizei in den vergangenen Jahren abgehört. Betroffen waren jedoch nur Spiele in den unteren Klassen und keine Begegnungen der Serie A.

Nach dem großen Skandal von 1980 mit Spielerverhaftungen und dem Zwangsabstieg für den AC Mailand und Lazio Rom hatten drei weitere Affären in den achtziger und neunziger Jahren für großen Wirbel in Italien gesorgt. Anders als im deutschen Wettskandal um den ehemaligen Schiedsrichter Robert Hoyzer waren in Italien keine Unparteiischen in die Manipulationen verstrickt.



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